erstellt am 13. Juni 2010 in general, photography | kommentieren

Am Dienstag, den 08. Juni, wurde die diesjährige ILA von Angela Merkel in Berlin feierlich und bei Sonnenschein eröffnet. Die älteste Luftfahrtmesse der Welt wurde auch noch 100 Jahre alt. Das ist Grund genug, um einige Eindrücke und Gedanken festzuhalten. So, here we go.

Auch wenn es komplett bewölkt war und die Wolken sehr tief hingen, regnete es am Samstagmorgen (noch) nicht und die Hoffnung, dass die Wolkendecke dann doch noch aufriss, war größer als das Vertrauen in die bis dato pessimistischen Wetterberichte.Als wir ankamen begrüßte uns eine McDonnell Douglas F-18 Hornet der schweizerischen Luftstreikkräfte mit beeindruckenden Manövern zwischen den Wolken, Tiefflügen, sowie einen Landeanflug genau über uns und die riesige Parkplatzfläche, östlich des Flughafens hinweg. Eins fiel auch sofort auf. die Ankunft der Besucher wurde sehr gut organisiert und durchstrukturiert.

F-18 Hornet

Die US Air Force war diesmal mit schwerem, leider nicht unbedingt neuem Gerät vertreten. Das große Heckleitwerk der C-5 Galaxy fiel schon bei der Ankunft im Shuttle Bus auf. Der flache B-1 Bomber zeigte sich erst später. Versteckt hinter einem ca. 60 Jahre alten B-52 Bomber und neben einem Tankflugzeug stand er mit seiner bösen Nase da und wirkte trotz seiner reifen Tage (Indienststellung 1986) noch gefährlich und faszinierend zugleich.

Auch die Bundeswehr war mit  der Luftwaffe sowie den Heeresfliegern usw. vertreten. Die Vorführung der Luftwaffe war dann auch das erste große Highlight. Von weitem hat man schon die Staffel, bestehend aus  2 F4-Phantoms, 6 Tornados und auch 4 Eurofighter, sehen können. Und nachdem das Programm fast durch war, verstand ich auch, wieso das Display „Fähigkeitsdarstellung“ hieß. Besonders die Eurofighter wirkte extrem agil, aber auch die alten Phantoms hinterließen, nicht nur in den Ohren, einen bleibenden Eindruck. Die C-130 Hercules sowie die 2 Bell UH-1 rundeten die Vorstellung ab.

F4 Phantom

Natürlich machte die Bundeswehr somit auch kräftig Werbung für die Jobs bei der Luftwaffe. Aber nicht nur die Bundeswehr sucht Leute, das ILA Career Center wirkte wie eine große Einladung, nicht nur das ~1200 Ingenieure gesucht werden auch im Bereich Projektmanagement wie auch im Medienmanagement sowie der Medienproduktion sind diverse Stellen ausgeschrieben. Der Gang durch die überfüllten Hallen und der Lauf durch den Regen haben sich für mich definitiv gelohnt.

Interessant ist auch, dass das Erscheinen von Angela Merkel am Dienstag, den 08.06.10 kein Zufall, sondern eher eine Bedingung von Emirates beim Kauf von 32 weiteren A-380 gewesen ist. Schließlich gilt Emirates als einer der größten Konkurrenten der Lufthansa. Aber es war natürlich nicht nur eine ILA der neuesten High-End Entwicklungen.  Auch das erste düsengetriebene Flugzeug, die Messerschmitt ME-262, war da und flog natürlich! Andere Traditionsflugzeuge, wie die P-38 Lightning oder die Messerschmitt BF-109, durften neben der alten Tante Ju, die Rundflüge machte, auch nicht fehlen. Was jedoch fehlte waren genügend Sitzgelegenheiten, normalerweise ist das kein Problem, man nimmt eine Decke mit und macht’s sich auf dem Vorfeld gemütlich. Dumm nur, wenn es ständig nieselt und alles leicht nass ist.

Junkers Ju-52 landing

Gegen Mittag stieg die Spannung erneut. Während das italienische Pioneer Team noch eine herausragende Flugshow zeigte, rollte weiter hinten die A-380 Richtung Runway. Achso, Ultraleichtflugzeuge können auch Wärmetäuschkörper abfeuern, damit überraschten die Italiener dann gegen Ende ihres Displays. Nach einiger Verzögerung, weil ein Ultraleichtflugzeig sowie 2 Airliner noch landeten, startete dann das zweistöckige Riesenflugzeug und hob nach nur wenigen hundert Metern ab, unbeschwert wie ein junger Vogel. Die Vorführung war kurz aber nicht weniger faszinierend, extrem enge Kurvenradien sowie eine Lärmentwicklung, wie bei einem A-320 sind schon beeindruckend. Man möchte fast meinen, selbst die Me-262 war lauter.

A 380 Air Show

Das Wetter wurde dann schlechter, zeitweise regnete es sogar schwer, sodass wohl nur verhältnismäßig Wenige das klasse Programm von Rainer Wilke und seiner Bo-105 – im Regen – gesehen haben. Ein Großteil der Besucher verkroch sich in die Hallen, wo dann auch gar nichts mehr ging, weil die Räumlichkeiten einfach überfüllt waren.

B-25 Mitchell

In wenigen Minuten schließt die ILA 2010 ihre Pforten in Berlin Schönefeld und es hat sich wieder einmal gelohnt, dabei gewesen zu sein. Ich freu mich schon auf die nächste ILA in 2 Jahren, wieder in Berlin und nicht, wie zuvor diskutiert, in Leipzig/Halle. Dann hoffentlich mit viel Sonnenschein und ein wenig mehr Sitzgelegenheiten und einem größeren Objektiv.

Ob die Amerikaner dann wieder die größte Klappe haben? 😉

Air Mobility Command