erstellt am 29. März 2011 in film | kommentieren

Nachdem der Artikel zum Film Der Ghostwriter hier schon fast 1 Jahr als Entwurf rumliegt, will ich ihn endlich mal fertig stellen. Naja und weil das jetzt so lange her ist, will ich’s kurz halten. Der Ghostwriter ist die Verfilmung des Bestseller Romans Ghost von Robert Harris. Worum geht’s eigentlich?

Ein Ghostwriter soll die Memoiren des ehemaligen britischen Premierministers Adam Lang verfassen. Die Bezahlung ist gut und so macht sich der Ghost auf den Weg zu der Insel, auf der Lang mit Frau und Beratern in einem abgeriegelten Haus am Meer weilt. Dort befindet sich bereits ein Skript, das von seinem Vorgänger verfasst wurde. Dieser kam auf der Insel ums Leben und schon bald verstrickt sich auch der neue Ghostwriter in Ermittlungen und bringt sich so in Lebensgefahr.

via kinowelt.de

Ich habe den Film damals gesehen, kurz nachdem er auf der Berlinale 2010 um den Goldenen Bären kämpfte, letztlich jedoch den Silbernen Bären für die beste Regie bekam. Da hat sich Polanski sicher gefreut, weil er ziemliche Probleme damit hatte, den Film auch ordentlich fertig zu stellen. Diese Probleme, begründet auf den internationalen Haftbefehl, der gegen Polanski ausgeschrieben war, führten auch dazu, dass der Film zu großen Teilen in Deutschland gedreht wurde. Jedenfalls war es gegen Ende Februar 2010, als ich den Film mit Sebastian gesehen habe und die Konkurrenz war mit Shutter Island ziemlich groß. Der Ghostwriter hatte jedoch eine besondere Atmosphäre, die sicher nicht nur durch die Liebe zum Detail, welche Polanski u.a. auch die Auszeichnungen einbrachte, sondern auch bedingt durch die Settings, im wesentlichen dieses coole Ferienhaus, entstanden ist.

Das Haus am Strand – ein grandioses Setting Design. Das Haus soll übrigens auf Sylt stehen.

Darüber hinaus war die schauspielerische Leistung auch sehr gut. Neben Ewan McGregor, dem Ghostwriter, spielt Pierce Brosnan – und das kann man eigentlich gar nicht glauben – einen sehr überzeugenden Politiker. Aber auch Olivia Williams überzeugt in der Rolle der “armen” und “betrogenen” Ehefrau gleich doppelt. Ja, sie sticht eigentlich durch ihre brilliante Leistung hervor und schafft es gar, die souveräne Darbietung von Kim Cattrall, welche die Beraterin des Premiers spielt, in den Schatten zu stellen.

Alles in allem ist der Film, bedingt durch seine filigrane Umsetzung und die authentisch wirkende Erzählung, mit vielen Parallelen in die aktuelle Politwelt sehr sehenswert. Besonders dann, wenn man Interesse an gut gemachten Polit-Thrillern mit dunklen Verschwörungstheorien hat. Wer einen kleinen Vorgeschmack haben möchte, der kann sich hier bedienen.

Zwei Fragen bleiben aber dennoch offen:

  1. Wo ist die E-Mail hin? E-Mails verschwinden ja nicht einfach so.
  2. Und was macht Ruth Lang am Ende mit dem Telefon?