erstellt am 30. Dezember 2013 in daily stuff, games | kommentieren

Seit Ende ’97 lese ich die GameStar. Angefangen hat es eigentlich sogar mit der PC Action. Welche genau es war, weiß ich gar nicht mehr. Je nachdem, wie die Themen, Inhalte und meine Stimmung waren, habe ich mal die PC Action oder GameStar, manchmal auch beide geholt. Damit bin ich gewissermaßen groß geworden. Irgendwann war das dann bei der PC Action auch vorbei, außer lustigen Leserbriefen, blieb nicht viel, sodass ich mich exklusiv für die GameStar im Abo entschieden habe.  Auch deshalb, weil die GameStar ein besseres Verständnis für ihre Zielgruppe klar gemacht hat. Doch irgendwie passt mir das Printformat der GameStar immer weniger. Die Gründe dafür sind neben dem stetig sinkendem inhaltlichen Umfang und dem (gefühlt) umgekehrt proportional ansteigendem Anteil von Werbung vor allem die Fokussierung auf die Zielgruppe, offenbar mit Vorliebe für das Action-Genre. Das ist auf weiten Strecken ok und für mich nachvollziehbar, kann und darf aber nicht alles sein. Die Zielgruppe der Spieler kann doch längst nicht mehr nur 13-19 Jahre sein.

Das Online und Premium Angebot der GameStar hat mich langfristig nicht überzeugt. Mir ist zwar aufgefallen, dass gerade bei der GameStar in den letzten Jahren unheimlich viel passierte. Viele Veränderungen waren vor dem Hintergrund der Onlinemedien sehr wichtig und haben sicherlich dazu geführt, dass das Magazin heute noch so präsent ist. Trotzdem bin ich aus dem Angebot einfach heraus gewachsen.

Wenn’s um Onlinequellen geht, sind Seiten wie Kotaku, Joystiq oder Gamers Global dann eher meine Anlaufstellen geworden. Man könnte ja sagen, dass die Onlinequellen reichen würden, um sich zu unterhalten und zu informieren, aber dennoch habe ich über die Jahre hinweg die Qualität von Print schätzen gelernt. Stellt sich nun die Frage, was es für Alternativen gibt, wenn es um Print geht? Gute Literatur über Games ist leider viel zu selten. Eine ganz gute Abwechslung war immer das GEE-Magazin, bis dann die Kreativpause ausgerufen wurde. Darum habe ich mich immer mal wieder umgesehen und bin zwischenzeitlich sogar bei der Making Games hängen geblieben, wobei sich das Magazin ja eher an Spieleentwickler richtet.

Vor einiger Zeit habe ich dann auch das WASD-Magazin entdeckt. Es handelt sich dabei um deutschsprachige Texte über Computerspiele, die von unterschiedlichen Autoren aus der Gamesbranche unter einem jeweiligen Schwerpunktthema zusammengetragen werden. Also ein gänzlich anderes Format als die Spielezeitschriften GameStar oder auch PC Games, deren Mittelpunkt die Spielbewertung ist. Schon das Vorwort der ersten Ausgabe, die unter dem Motto »Tasty Trash – schlechte Spiele… und warum wir sie lieben« läuft, lässt darauf schließen, dass hier einiges anders läuft. Dieser Eindruck bestätigt sich dann beim Lesen der Texte, die durch höchst unterschiedliche Perspektiven geprägt sind. Eine bunte Mischung, die immer wieder Lust auf mehr macht und noch dazu sehr ausgewogen und unterhaltsam ist. Selten habe ich im deutschsprachigen Raum Texte von ähnlicher Qualität gefunden, die vor allem auch die Spielkulturen berücksichtigen. Auch das detailverliebte Layout des Magazins gefällt mir super. 

Das WASD-Magazin ist genau das, was ich gebraucht habe. Nämlich unverfängliche und klare Worte über Games. Keine banalen Floskeln im Schema der vermeintlich objektiven Spielbewertung und vor allem kein verkrampfter Fokus auf  Mainstreamtitel.