erstellt am 22. Juli 2015 in games, general | kommentieren

Manche Dinge brauchen Zeit. Ende 1999 war es, da habe ich Outcast das erste mal gespielt. Ein Open World Adventure mit Voxel-Engine. Damals viel zu ressourcenhungrig für meinen PC und trotzdem war die große Ruckelpracht ein klasse Spielerlebnis – zumindest für ein paar Stunden, bevor die Frustration der Dia-Show zu groß wurde.

Erst im Herbst vergangenen Jahres wurde ich erneut auf Outcast aufmerksam. Das Team von Fresh3D startete eine Kickstarter Kampagne und versuchte ein HD Remake des „großen Ulukai“ und seines Teams in Adelpha zu finanzieren. Voller Euphorie hab‘ ich natürlich gleich die Kampagne unterstützt und in den nächsten Tagen dabei zugesehen, wie das Crowdfunding gescheitert ist, denn das Ziel von 600.000$ wurde nicht erreicht. Schade, dachte ich für eine Sekunde und wandte mich wieder den wichtigen Dingen des Lebens zu. Ende des Jahres wurde dann Outcast auf Steam und auf GOG.com in der Version 1.1 veröffentlicht. Dabei handelt es sich nicht um ein HD-Remake mit neuen fancy Features, sondern einfach um eine lauffähige Version für neuere Windows Betriebssysteme. Trotzdem habe ich dann doch noch mal reingeschaut und es nicht nur 2 Minuten angespielt, danach festgestellt, dass die Grafik in die Jahre gekommen ist und es wieder gelöscht. Nein, ich habe mich sofort in die Story gefunden, viele Erinnerungen aufgefrischt und mich sofort wieder in die großartigen Dialoge sowie die beeindruckende Orchestermusik verliebt. Auch an die vertraute Stimme von Manfred Lehmann – der deutschen Synchronstimme von Bruce Willis – konnte ich mich aus naheliegenden Gründen sehr schnell gewöhnen.

15 Jahre und einige Bugfixes der Developer und unzähligen Stunts, Kämpfen und Dialogen im Spiel später, habe ich es nun also tatsächlich auch durchgespielt. Steam sagt, es waren 22 Stunden notwendig, um das zu schaffen. Eigentlich gar nicht  so viel, wenn man sich überlegt, wie groß die Spielwelt ist und welche Komplexität die Story mit ihren vielen Quests aufweist. Outcast ist damals wie heute ein großartiges Spielerlebnis. Warum ich das jetzt hier festhalte, liegt vor allem daran, dass ich auch manchmal froh bin, wenn etwas abgehakt werden kann. Sei es auch nur ein altes Spiel.