erstellt am 29. Mai 2016 in multicopter | 1 Kommentar

Vor einiger Zeit habe ich angefangen, mich für Multicopter zu interessieren. Anfangs ging es mir vor allem um die netten Foto- und Filmaufnahmen, die mit den Kameracoptern gemacht werden können und dann später entdeckte ich das FPV Fliegen, wofür ich mich dann auch nach langem Hin und Her entschieden habe. Also erst einmal nicht für die netten Luftaufnahmen, sondern für das Fliegen über Felder und Äcker oder gerne mal durch kleine Wälder. Manchmal auch an an anderen Orten.

Nachdem ich einige Erfahrung mit dem Walkera Runner 250 gesammelt habe, kam ich trotz diverser Modifikationen schnell an die Grenzen der Leistungsfähigkeit des Runners, also habe ich mir überlegt, ein Quad selbst und mit eigenen Komponenten zu bauen. Das ist wohl ein natürlicher Schritt bei so einem Hobby. Es ging mir gar nicht darum, super Komponenten zu verbauen und extrem schnell oder agil zu fliegen, ich wollte lediglich einen komplexeren und leistungsfähigeren Flightcontroller (FC) sowie einen wirklich stabilen Rahmen, der auch mal ein bisschen mehr aushält. Nach einiger Recherche tauchte dann zwar noch der ImmersionRC Vortex 250 bzw. später auch der Vortex 250 Pro auf dem Radar auf, aber ich habe mich letztlich doch wieder dafür entschieden, das Quad selbst zu bauen und eines war recht schnell klar: es sollte auf Basis des Lumenier QAV250 basieren. Also habe ich mir eine Stückliste rund um den Rahmen zusammengestellt, mit den Teilen, die ich benötigen werde. Hier ist die Übersicht der wesentlichen Bauteile, die für den Flug notwendig sind.

Den FC habe ich später gegen ein Board der Revision 6 ausgetauscht. Ich musste sowieso noch mal an das Board ran, weil ich auf dem alten Board einen Speicherchip für die Blackbox installieren wollte.

Daneben habe ich mich mit einigen Schutzteilen aus dem 3D-Drucker vom FPV-Flightclub eingedeckt, wo ich mich auch Stück für Stück durch die Tutorials bewegt habe. Hier sind noch ein paar Bilder des Baufortschritts.

Die Motoren und die Steuerungen zu verbauen, war mit den Gewebeschläuchen dann doch etwas tricky, hat am Ende aber ganz gut geklappt. Fällt ein Motor oder ein ESC aus, muss alles abgebaut werden. Das ist dann so. Hier hat der Walkera Runner 250 deutliche Stärken, das geht da nämlich durch das Lösen von einigen wenigen Schrauben. Da ich mit dem QAV250 jedoch erst einmal einen größeren Crash bei wirklich vielen Flügen und entleerten Akkus hatte, ist das auch noch verkraftbar.

Und hier noch einige Aufnahmen, die vor ein paar Tagen entstanden zusammen mit Christoph entstanden sind, der den guten Flitzer so wundervoll eingefangen hat.

Nach einigen Einstellungen und vielen Tüfteleien lässt sich das Quad extrem genau und direkt steuern. Was mir sehr geholfen hat und immer noch hilft, sind die Videos und vor allem Blackboxanalysen von Joshua Bardwell. Die sind einfach großartig, ich könnte ihm stundenlang zuhören.

Die Motoren sind nicht die stärksten, aber absolut solide und verlässlich – auch mit 4S Akkus. Das OSDoge ist nice to have, vor allem, weil man über das OSD alle möglichen Einstellungen vornehmen kann und es einen LC-Filter integriert hat. Dank der Telemetrie ist es daneben auch extrem praktisch und das sollte eigentlich der erste genannte Grund sein, wieso das Teil verbaut wird. Es ist auf dem FC gestapelt und direkt mit Pins verbunden, dadurch  spart man sich eine Menge Fummelei und vor allem Kabel, was dazu führt, dass der Aufbau wesentlich sauberer aussieht. Die FPV-Antenne habe ich später nach hinten ausgelegt und etwas hoch gebogen, anstatt sie senkrecht drauf zu montieren und sie dann nach hinten zu biegen. Die Kamera ist um 20° nach vorne geneigt, für den Aufbau einer GoPro habe ich mir in Norwegen einen Tilt Mount aus dem 3D-Drucker bestellt.