erstellt am 4. Juli 2016 in general, study, web | 5 Kommentare

Was braucht es eigentlich, um ein Internetprojekt zu erstellen? Die Antwort auf so eine Frage hängt natürlich davon ab, was man unter einem Internetprojekt versteht. Ein Blog? Dafür gibt es unzählige Dienste im Netz. Ein Portfolio? Auch das kann man an vielen Orten erstellen. Eine berufliche Visitenkarte? Gibt es auch Dienste für. Ein eigenes Konzept visualisieren, inhaltlich bearbeiten und dann publizieren? Da kann man auch auf (kommerzielle) Angebote zurückgreifen. Man könnte zum Beispiel Facebook vollschreiben.

Man kann es aber auch selber machen und damit meine ich die strukturelle Umsetzung. Besonders dann, wenn wir merken, dass Code und Software unseren Alltag in einer ganz bestimmten Weise beeinflussen und diese Einflussnahme zudem auch stärker in kultur- und sozialwissenschaftlichen Diskursen identifiziert wird, scheint es nicht nur möglich, sondern auch notwendig, sich mit diesen Strukturen genauer zu befassen und Technologien zu hinterfragen.

Insbesondere im Studiengang Medienbildung, der nun schon mehr als 10 Jahre an der Otto-von-Guericke Universität in Magdeburg angeboten wird, können auch mediale Produkte als Leistungserbringung geltend gemacht werden. Neben Filmen, Podcasts und Videogame-Essays können also auch Internetprojekte erstellt werden. Die Idee folgt dem Paradigma der Performative Social Science. Was das ist und wie das mit der Ausprägung von Skills zusammenhängt, wird hier schön erklärt. Die Ergebnisse sind oft überzeugend und nicht selten sehr spannend.

Der Sinn von solchen Medienprojekten besteht im Grunde darin, über die Grenzen der schriftlichen Hausarbeit hinaus und in Symbiose mit den uns umgebenden Medienstrukturen zu arbeiten, um komplexe wissenschaftliche und gesellschaftliche Problemfelder zu beschreiben und diese im wissenschaftlichen Rahmen zu analysieren. Man arbeitet also direkt mit den Medien und digitalen vernetzten Technologien selbst, um eine Fragestellung zu bearbeiten. Woraus sich eine gewisse performative Qualität ergibt.

Gerade bei Internetprojekten sollte man doch meinen, dass es doch im Netz so viele Anlaufstellen gibt, um sich zu informieren und sich dann auch in einzelne Gebiete selbst einzuarbeiten. Doch was ist, wenn man den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht? Wenn die Selektion und Beurteilung von Informationen durch unheimlich viele Faktoren beeinflusst wird? Dann ist es oftmals hilfreich, wenn man sich eine Art Repertoire schafft, zum Beispiel mit all den Dingen, die an einem im sozialen Netz vorbei fliegen, um sie später sinnvoll einzusetzen. Das erfordert ein gewisses Maß an Organisation, die Kenntnis der jeweils richtigen Werkzeuge und sowas kommt nicht einfach so. Habe ich selbst lernen müssen.

Es gibt im Netz zahlreiche Sammlungen der Top-Tools für jeden erdenklichen Zweck, oft in Form von Listicles oder auch manchmal in Form von geteilten Spreadsheets oder Dokumenten. Die gibt es nicht, weil es einfach so schön ist, alles aufzulisten, sondern weil sie eine Sammelstelle bilden und meist bei der Orientierung helfen sollen (ich klammere hier mal Artikel wie die „10 besten Foodpics der letzten Woche“ aus).

Jetzt könnte man einfach auf einen dieser „Die 400 besten Tools für das Internet“-Artikel verlinken, aber das wäre dann doch nicht ganz fair. Deshalb schien es für mich ganz sinnvoll, mal die Tools festzuhalten, mit denen ich in den letzten Jahren mehr oder weniger Kontakt hatte und die mir irgendwie aufgefallen sind. Werkzeuge, Dienste und Plugins, die mir bei der Arbeit an und mit Internetprojekten geholfen haben und die ich jedem gerne ans Herz legen möchte, denn gerade mit Code und Software kann man unter Einsatz nur sehr weniger ökonomischer Ressourcen sehr schnell zu einem hervorragenden Ergebnis kommen.

Hier gibt es also eine weitere Sammlung von nützlichen Tools, Diensten und möglicherweise inspirativen oder hilfreichen Anlaufstellen, rund um Fragen zur Erstellung und Gestaltung von Internetseiten. Die Sammlung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sie soll eher einen exemplarischen Überblick geben und ist bisher auch sehr subjektiv gefärbt. Im Laufe der Recherche nach Werkzeugen für die einzelnen Kategorien habe ich auch einige Dienste in die Liste aufgenommen, die ich nicht exzessiv getestet und erprobt habe. Gerade bei den Frameworks gibt es einige HTML Frameworks, die ich noch nicht genutzt habe, von denen ich aber durch Bekannte und Freunde weiß, dass sie diese erfolgreich eingesetzt haben. Auch die Editoren sind so ein Punkt. Ich selbst arbeite heute eigentlich fast nur noch mit Sublime Text, manchmal noch mit PHPStorm. Notepad++ habe ich vor einigen Jahren oft und gerne eingesetzt. Coldmirror habe ich ungefähr einen Tag mal genutzt. Gefiel mir dann nicht so. Emacs musste durfte ich im Studium selbst kennen lernen. Es war mir eine Freude. Als ich dann geblickt habe, wie mächtig Emacs eigentlich ist, waren die zwei Semester vorbei.

Was man nimmt ist oftmals dann einfach auch eine Frage der persönlichen Präferenz, beziehungsweise die Entscheidung, ob man sich in eine komplexe Entwicklungsumgebung rein denken möchte (und vor allem die Ressourcen aufbringen kann) oder man einfach seine Dinge erledigt bekommen möchte und das bestenfalls schnell und schmerzfrei. Wie dem auch sei, was man nicht kennt, kann man nicht ausprobieren. Natürlich kann diese individuelle Sammlung gerne über die Google Kommentarfunktion oder andere Wege ergänzt werden. Sharing is caring.

tl;dr

Eine weitere kleine Sammlung nützlicher Links für Webdesign und -Entwicklung liegt hier als Google Spreadsheet bereit.