erstellt am 30. Juni 2017 in research | 0 comments

Am 20. Juni war ich in Köln bei Peter Moormann und hatte die Gelegenheit im Rahmen der Einführungsvorlesung in die kulturwissenschaftlichen Methoden im Bachelorstudiengang Intermedia einige Aspekte der ethnographischen Forschung im Netz aufzuzeigen und zu diskutieren. Gerade methodische und methodologische Fragen im Umgang mit digitalen Daten sind aus einer Perspektive der Qualitativen Sozialforschung heraus heute spannender denn je, da sich die Qualität der Daten in ihrer Beschaffenheit mit dem Aufkommen von vernetzten Öffentlichkeiten grundlegend verändert.

Neben etablierten Verfahren zur Analyse von Gemeinschaften im Netz stellen digitale Netzwerke heute einen interessanten und für die Forschung relevanten Schauplatz dar, den es in unterschiedlicher Form zu erschließen gilt. Mein Vortrag war daher zweigeteilt und umfasste zum einen eine etablierte Methode der Online-Ethnographie in strukturaler Perspektivsetzung nach Marotzki (2003) und zum anderen die Frage, wie man dynamischen oder flüchtigen Daten aus Netzwerken umgehen kann und vor allem, wie man die Fragen der Datenerhebung angehen kann, ohne zwangsläufig größere Programmierkenntnisse zu besitzen. Beide Teile bezogen sich auf den Fokus Online, also auf die Möglichkeiten, die man hat, sich dem Feld zu nähern ohne Offline-Aspekte genauer in den Blick zu nehmen.

Neben der herzlichen Begrüßung hat mich vor allem das rege Interesse und der spannende Austausch mit den Studierenden begeistert – Grüße an die Snapshat-Fraktion 😉

Solche Veranstaltungen sind imer eine gute Gelegenheit, um mal über den Tellerrand zu sehen und Einblicke andere Studienkulturen zu bekommen. Daher macht die Diskussion in so einem Rahmen auch immer großen Spaß.

Was die Bearbeitung dieses Themas und die Diskussionen gezeigt haben, sind verschiedene Desiderate, die sich insbesondere in der kultur- aber auch bildungswissenschaftlichen Perspektivsetzung herausheben lassen. Dabei kann der Umgang mit digitalen Daten eine entscheidende Rolle bei Auswertungs- und Interpretationsprozessen einnehmen.

Die Folien gibt es hier in hoher Auflösung und auf Slideshare etwas komprimiert.

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