erstellt am 31. März 2018 in monthly | kommentieren

Wieder ein Monat mehr und ich merke, dass neben dem ganzen Tagesbetrieb einiges auf der Strecke bleibt. Zum Beispiel das Lesen von den ganzen Büchern, in die ich voller Enthusiasmus einsteige. Ich bin bei Cohens Book of Numbers irgendwann hängen geblieben. Wird Zeit, dass ich mal wieder öfter Bahn fahre.

FRÖBEL-Lab Digital Media Meet-up

Mitte des Monats war ich bei Facebook, also dem deutschen Facebook HQ, am Kemperplatz in Berlin. Allerdings weniger um bei Facebook zu sein, sondern vielmehr um mich im Rahmen des FRÖBEL-Labs mit vielen Teilnehmenden aus unterschiedlichen Bereichen über Bildung und digitale Medien auszutauschen. Mir hat es viel Spaß gemacht, über den Tellerrand hinaus zu blicken und auf andere Perspektiven (vor allem aus der Praxis) zu stoßen.

Ein paar Eindrücke des Abends gibt es auch hier. Die Organisatorinnen des Fröbel-Teams Pädagogik und Qualitätsentwicklung haben diesen Abend wunderbar gestaltet und so sicher den einen oder anderen Grundstein für weiteren Austausch gelegt.

DGfE Kongress

Mitte des Monats fand in diesem Monat der Kongress der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft statt. Der Kongress ist immer recht groß und findet alle zwei Jahre statt. Als ich 2014 in Berlin dabei war, hat mir besonders die Themenbreite und der Austausch mit verschiedenen NachwuchswissenschafterInnen aus anderen Fachgebieten gefallen.

In diesem Jahr stand er unter dem Motto „Bewegungen“:

BEWEGUNGEN sind konstitutiv für das Pädagogische. Sie unterliegen gesellschaftlichen Transformationsprozessen und prägen diese mit. Pädagogisches Handeln bewegt Menschen wie Gesellschaften.

Ich bin schon Sonntag hin, um mir einen Workshop zu besuchen. Etwas verspätet dort angekommen, habe ich festgestellt, dass es eher eine Einführungsvorlesung zum Thema ist. Schade, da kann man durchaus mehr bringen. Gerade, wenn es um Methoden geht. Wenn ich mich da an den quanteda-Workshop mit Kenneth Benoit im November erinnere, ist das kein Vergleich. Dort haben wir mehrere Stunden an Datensätzen gearbeitet, Fragen gestellt und umfangreich beantwortet bekommen und schließlich selbst etwas getan. Naja, so unterschiedlich kann das sein. Dafür gab es ein Mauspad zu den Tagungsunterlagen dazu. Der Thread ist ganz nett:

Sehr gefreut habe ich mich dann über den Vortrag von Käte Meyer-Drawe, weil mir Ihre bildungsphilosophische Position sehr sympathisch ist. Der Vortrag war auch sehr stark und breit gefächert. Allerdings endete er mit einer recht kritischen Zeitdiagnostik, bei der das Internet als Technologie gemeinhin eher problematisiert wurde. Hängen geblieben sind dabei zwei Gedanken: Zum einen ist das Internet und das Digitale für die Erziehungswissenschaft längst eine zentrale Kategorie. Andererseits gilt es gerade dann auch zu differenzieren und genau zu fragen, was denn nun die Herausforderungen und Problemlagen sind. Vermutlich ist es einfach so, dass man hier auch mal auf andere Positionen schauen sollte. Interessant fand ich zum Beispiel den Vortrag von Markus Deimann, dessen Typoskript es hier gibt.

Stefan Iske hat dort auch eine Arbeitsgruppe zu aktuellen Herausforderungen der Digitalisierung für Prozesse informeller Bildung organisiert, an der ich neben anderen WissenschaftlerInnen teilnahm und über Praktiken im Umgang mit Code und deren Implikationen für Bildung gesprochen habe. Dabei ging es ausgehend von einigen historischen Herleitungen und Verweisen über den Widerstand zu coding publics. Das Panel war aus meiner Sicht sehr spannend, da wir aus unterschiedlichen Perspektiven auf ein Themenschwerpunkt geschaut haben. Thomas Damberger hat beispielsweise die neuen Qualitäten der Selbstvermessung diskutiert und aufgezeigt, dass es uns durch das Digitale in besonderer Weise ermöglicht wird uns selbst zu beschreiben. Die Herausforderungen, die sich daran ableiten lassen, liegen in der Problematik, dass es sich weniger um Selbsterkenntnis als vielmehr um eine Selbstverkennung handelt. Mit Quantified Self steht der Mensch nicht mehr nur im Verhältnis zu anderen, sondern vor allem auch zu sich selbst. Er kann morgen bessere messbare Ergebnisse liefern, als heute, gestern oder vorgestern. Diese Idee der Optimierung des Selbst hat Thomas vor dem Hintergrund bildungstheoretischer Grundlagen diskutiert und in sehr anschaulicher Weise aufgezeigt, wie tief doch die Verflechtungen des Digitalen mit dem Sozialen sind.

Spitzer geht immer?

Anfang des Monats hat es der Psychiater Manfred Spitzer mal wieder in die Medienberichterstattung geschafft. Die Reaktionen hierauf sind sehr amüsant.

Allerdings nur, wenn man den Punkt überschritten hat, die pathologische Haltung gegenüber digitaler Technologien zu überwinden. Es zeigt sich aber auch, dass auch das in Bewegung ist. Es ist zwar so, dass die von ihm postulierten Thesen vielfach widerlegt oder hinsichtlich der methodischen Qualität diskutitert wurden, allerdings gibt es immer wieder Bestätigung für den weitestgehend unproduktiven Nonsens, der dort vertreten wird. Umso besser, dass dann auch Gegenpositionen zu Wort kommen.

Schade, dass hier nicht auf Bildungswissenschaftler, sondern vorangig auf Medienwissenschaftler zurückgegriffen wird. Die Sichtbarkeit der eigenen Fachdisziplin kann ruhig erhöht werden.

Was ich gesehen habe

Immernoch Bad Banks. Leider komme ich gerade zu selten dazu. Daneben wurde mir irgendwo ein Vortrag von Richard David Precht in die Timeline gespült.