erstellt am 30. April 2018 in monthly | 1 Kommentar

Jetzt ist auch der April vorbei. Ein Monat, der in den letzten Jahren vom Start des Sommersemesters geprägt war. Dieses Jahr war das nicht anders und doch war einiges neu, denn ich habe noch im März den Ruf einer Juniorprofessur für Erziehungswissenschaften mit dem Schwerpunkt Bildung in der digitalen Welt erhalten, diesen angenommen und nun den April damit zugebracht, mich in dieser neuen Rolle einzufinden und vor allem die nötigen Formalia abzuarbeiten. Darum habe ich auch die Seite Lehre hier auf pixelspace.org eingefügt, um zumindest meine FAQ von der ehemaligen Lehrstuhlseite zu sichern und die Kontaktinformationen aktuell zu halten. Ganz zufrieden bin ich mit der Lösung noch nicht, aber vorerst geht das so.

Lehre und Forschung

Daneben sind die Seminare angelaufen, die aufgrund ihrer Konzeption auch nochmal ein eigenes Thema darstellen. Einmal geht es in der Kooperation mit der Informatik darum, informatische Kenntnisse zielgruppenspezifisch zu vermitteln. Studierende des BA Medienbildung und der Computervisualistik arbeiten gemeinsam an Projekten, wie verschiedene Aspekte der Informatik umgesetzt werden können. Eines der laufenden Projekte ist ein Exit Game, was am Campusdate stattfinden soll. Das Seminar haben wir schon längerfristig konzeptioniert und vorbereitet. Man merkt bei einer solchen Kooperation allerdings auch, wo die Herausforderungen schon in der Sprache liegen, denn wir alle haben gemerkt, dass es gerade bei einer derartigen Schnittstellenarbeit nicht nur auf klare begriffliche Eingrenzungen ankommt, sondern auch darauf, die zugrundeliegenden Hintergründe und Belegungen der Begriffe zu thematisieren. Das gelingt ganz gut und zeigt zugleich, wo man grundlegend diskutieren muss und wo man vertiefend in die Gespräche und Konzeptionen gehen kann.

Das zweite Seminar wurde recht kurzfristig entworfen und von einer schon länger vorhandenen Idee zur Durchführung gebracht. Es geht um Projekt- und Wissensmanagement und die Frage, wie diese beiden Bereiche, die für sich genommen schon recht breit gefächert sind, vor dem Hintergrund des Digitalen in Verschränkung zu denken sind. Hier hat sich, sehr zu meiner Freude, David Nowak bereit erklärt, mit seiner Praxiserfahrung und seinem Know-How zur Seite zu stehen. Die Kooperation mit David macht mir besonderen Spaß, da ich merke, dass mit einem solchen Format, das Theorie und Praxis vereint, wirklich etwas Neues geschaffen wird, was für alle eine Bereicherung darstellt.

Für die ECER 2018 habe ich im Januar diesen Jahres noch zwei Vorschläge eingereicht, beide wurden angenommen. Das ist einerseits sehr gut, andererseits kam es für mich eher überraschend und bedeutet nun, dass ich mir gewissermaßen selbst ein recht hohes Arbeitspensum für die nächsten Monate definiert habe. Ein guter Ansporn also.

ILA 2018

Ende des Monats waren wir auf der ILA, der internationalen Luftfahrtausstellung in Berlin. Als Aviationgeek ist das immer irgendwie interessant. Das letzte Mal war ich vor 8 Jahren dort. Dieses Jahr ist besonders die starke militärische Präsenz aufgefallen. Das war natürlich schon immer eine Messe, bei der militärische Technologien – vor allem dem Fachpublikum – vorgestellt werden, jedoch ist das Thema des weitestgehend westlich geprägten Rüstungsmarkts in diesem Jahr schon sehr präsent gewesen. Trotzdem gab es einige interessante Einblicke zum Beispiel in die Forschungsprogramme des DLR. Ich habe ein paar sehr interessante Gespräche zur IT-Sicherheit im Luftverkehr führen können und mir darüber dann noch einige Gedanken gemacht, die ich vielleicht nochmal gesondert aufschreibe.

Was ich gelesen habe

Auf die Vorbereitung zur ECER habe ich mich mit Reflexionsbestimmungen bei Hegel beschäftigt und da weitestgehend quer gelesen und versucht mich durch die jeweiligen Abschnitte in der Wissenschaft der Logik Bd. II durchzuarbeiten und dann immer wieder in die Phänomänologie des Geistes zu springen. Ganz gut geholfen haben mir dabei die Anmerkungen von Henrich aus dem Band Hegel im Kontext, besonders seine Darstellungen zu Hegels Logik der Reflexion haben mir einige zentrale Aspekte der Theorie verdeutlichen können und mich zu neuen Fragen getrieben.

Daneben habe ich den Band Geschichte der Eisenbahnreise: Zur Industrialisierung von Raum und Zeit im 19. Jahrhundert von Wolfgang Schivelbusch, gelesen (vielen Dank für die Empfehlung, Lisa!). Dieser Rückblick ist besonders im Hinblick auf das Digitale und dessen Infrastruktur spannend gewesen, nicht zuletzt, weil Schivelbusch in seinem 2000 erschienen Buch selbst einzelne Querverweise hierzu herstellt. Er zeigt damit auf, wie die Ordnung von Raum und Zeit neu konfiguriert wird und welche Rolle dabei die jeweilige Infrastruktur spielt.

Am letzten Aprilwochende haben wir uns einen Tag Auszeit gegönnt und sind in den Spreewald rausgefahren, um zu paddeln. Damit ist dann auch der Bezug zum Beitragsbild aufgeklärt. Auf dem Hin- und Rückweg habe ich in den schlanken Band Finanzkriminalität: Geldwäsche, Insidergeschäfte, Spekulation von Johann-Günther König reingelesen.

Aus dem Netz habe ich in diesem Monat das hier festgehalten:

Was ich gesehen habe

Nicht allein, sondern in heimischer Gesellschaft haben wir Bad Banks jetzt endlich bis zum Ende gesehen. Die Serie hat gerade in den Folgen 4 und 5 ihre Stärke, getragen durch die Charaktere, entwickelt und schließt dann ungleich schlechter ab. Wir haben am letzten Wochenende auch ganz entspannt die ersten zwei Teile von Zurück in die Zukunft gesehen. Zumindest für mich war das eine Zeitreise der besonderen Art.

Daneben haben wir den Anfang gemacht und uns auch auf Empfehlung die Heimat-Reihe von Edgar Reitz anzusehen. Es ist nicht nur so, dass hier die Handschrift des Filmemachers eine besondere Note trägt, sondern auch der Heimatbegriff in seinen vielen Facetten filmisch ganz ausgezeichnet transportiert wird.