erstellt am 1. Juli 2018 in monthly | kommentieren

Nachdem der Mai von einem enormen Tempo gezeichnet war, habe ich mich im Juni bewusst für mehr Entschleunigung entschieden. Das hat fast geklappt. Zumindest bin ich in den ersten Junitagen recht regelmäßig und ganz bewusst in die Natur raus, um den Kopf frei zu kriegen.

Wissenschaft und Lehre

Anfang des Monats habe ich einen Gastvortrag in der Ringvorlesung Grundlagen und Aspekte der Bildung und Medienbildung gehalten. Im Rahmen unseres Masterseminars Projekt- und Wissensmanagement in der digitalen Welt haben wir eine Exkursion zu einem Unternehmensstandort der Deutschen Bahn gemacht und da einen Design Thinking Workshop durchlaufen. Abgesehen davon, dass es eine Abwechslung zum normalen Studium ist, hat sich gezeigt, wie viel Kreativität man entfalten kann, wenn man aus den gewohnten Räumen und Rahmen ausbricht.

Nebenher habe ich endlich die offizielle Website für Juniorprofessur fertiggestellt. Viele der Daten werden direkt aus dem Forschungsportal Sachsen-Anhalt gezogen, weshalb ich auch da am Profil gearbeitet habe. Die Usability dieses Portals auf der Verwaltungsebene ist wirklich fürchterlich, dafür ist die Präsentation und Aufberereitung der Daten recht gut gelungen und darauf kommt es ja im Endeffekt an.  Die Fertigstellung der Seite hat zur Folge, dass ich hier auch den Punkt der Lehre wieder entfernt habe, den ich erst kürzlich hier eingearbeitet habe. Ich hatte damit ohnehin kein gutes Gefühl, da hier doch andere Themen als nur die Lehre aufgeschrieben werden.

Daneben fand auch das Theorieforum statt, was in erster Linie in gemeinsamer Arbeit von Ralf Biermann, Jens Holze und mir in Zusammenarbeit mit Johannes Fromme und Stefan Iske organisiert wurde. Die Beiträge waren alle sehr spannend und haben gezeigt, dass die Suchbewegungen der letzten  Jahre – vor allem hinsichtlich der Fragen zu Subjektivierungsprozessen in der Erziehungswissenschaft – längst nicht vorüber sind, sondern gerade vor dem Hintergrund von Digitalität und dem Aspekt der Algorithmizität zu neuen Herausforderungen führen.

Medienpädagogischer Küchentalk

Am 25.6.2018 fand der 2. Medienpädagogische Küchentalk von FSM und GMK – Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur im Digitales Lernzentrum Berlin statt. Den Mitschnitt gibt es hier zu sehen. Auf Twitter gab es auch ein paar kleine Reaktionen rund um den Talk. Sehr gefreut hat mich, wie vor allem von den Medienpädagogen am Tisch gezeigt wurde, dass Digitalisierung eben mehr als Nutzbarmachung von technischen Werkzeugen und digitalen Technologien ist. Aus dem Publikum kam die Frage auf, ob man nicht auch die Fehlerkultur, die sich in der Schule etabliert hat, überdenken müsse, um in explorativer Form die Erkundung von Welt zu ermöglichen und so überhaupt die Pluralität und Vielfalt überhaupt erfassen zu können. Der Punkt war sehr treffend. Weniger erfreulich war die Tatsache, dass auch hier wieder Gäste über Themen wie Medienkompetenz und Offenheit sowie pädagogisches Handeln gesprochen haben, ohne überhaupt so tun zu wollen, als würden sie einen fachlichen Hintergrund für notwendig erachten. Das ist natürlich dann ärgerlich, wenn wichtige Konzepte, wie Medienkritik dann auf das Verfügungswissen über eine Technologie reduziert werden. Im Klartext: Wenn man meint, dass Medienkompetenz nur das Wissen über die Wirkung von Tastatureingaben sein soll, müsste man eigentlich eine Kochsendung in der Küche machen. Zwar wurde schon von vornherein ironsich mit Buzzwords umgegangen, indem ein Buzzword Bingo hingelegt wurde, allerdings hätte man genau so etwas im Talk auch wesentlich kritischer auffangen können. Umso besser ist es, dass der nächste Küchentalk sicher kommen wird.

Was ich gelesen habe

Gelesen habe ich in diesem Monat recht wenig. Hier ein paar Links, die angefallen  sind:

Was ich gesehen habe

Tja, wieder nicht so viel. Neben ein paar Videos von Joshua Bardwell habe ich einige Folgen Sense8 weitergeschaut. Bin fest motiviert weiterzuschauen und freue mich schon auf das sagenumworbene Finale der zweiten und finalen Staffel.


Das Beitragsbild stammt dies mal übrigens aus einer Datenvisualisierung. Es ist ein Ausschnitt von Netzwerkdaten, die ich 2013 im Kontext der Netzneutralitätsdebatte erhoben und für die Zwecke der Beziehungskonstellationen und Identifikation von Akteuren erstellt habe. Es ziert bis auf Weiteres die Startseite von ebdw.ovgu.de. Die ganze Visualisierung gibt es (ohne Label) hier (Dateigröße: 4MB).