erstellt am 3. Oktober 2018 in monthly | kommentieren

Am Maß der Verspätung eines Monatsrückblicks kann man gut den Grad der aktuellen Beschäftigung ablesen. Drei Tage zu spät und jetzt auch nur kurz runtergetippt, weil gerade nicht nur Semestervorbereitungen laufen, sondern auch einige andere Projektvorhaben nebenher verfolgt werden, die doch einiges an Zeit ziehen.

ECER 2018

Der September war vollgepackt mit Veranstaltungen und Vorbereitungen auf Veranstaltungen. Anfang des Monats war ich mit einigen meiner Kollegen in Bolzano/Italien auf der European Conference on Educational Research (ECER) 2018.  Das habe ich im Vorfeld auch an anderer Stelle angekündigt. Die Konferenz war wirklich sehr aufschlussreich für mich. Einerseits waren die verhandelten Präsentationen, die ich besucht habe, sehr interessant und haben auf spannende Forschungsergebnisse verwiesen, die ich mir im Nachgang der Veranstaltung teilweise noch vertiefend angelesen habe. Andererseits war die Tagungsorganisation sehr gelungen. Meine zwei Beiträge waren durchwachsen, während ich in meiner Präsentation zu algorithmic bias mit einem Beamer zu kämpfen hatte, der langsam ausgeleuchtet hat – in der Tat ist der Beamer in diesem Raum am Tag darauf ausgefallen – bin ich zudem auch stark durch den Vortrag gerannt. Trotzdem war das Klima des Austauschs und der Diskussion sehr anregend und hat mir einige Aspekte aufgezeigt, über die man weiter nachdenken sollte. Der zweite Vortrag am Folgetag lief hingegen auf Anhieb sehr gut. Die Diskussion während der Session und darüber hinaus waren unheimlich vielseitig und haben mir vor allem dabei geholfen, die Gedanken und Konzeptionen weiterzuverfolgen. Weshalb ich allen Beteiligten, die sich die Zeit genommen haben und auf mein Thema eingestiegen sind, nur ganz herzlich für den wunderbaren Austausch danken kann. Trotz dieser rundum recht zufriedenstellenden Erfahrungen habe ich wieder gemerkt, dass so ein Konferenzaufenthalt unheimlich anstrengend ist.

Bildungspolitisches Forum

Am 25. September war ich kurzfristig auf dem bildungspolitischen Forum des Leibniz-Forschungsverbundes mit dem Schwerpunkt Bildungspotenziale 2018 in der frühkindlichen Bildung. Die Fachvorträge waren breit gefächert und haben einige wichtige Einblicke gegeben. Auch die Posterbeiträge waren eine Ergänzung. Festgestellt habe ich allerdings, dass sich trotz der Debatte um Digitalisierung und Arbeitsplatzgestaltung auch in der frühen Bildung unheimlich wenig Beiträge fokussiert mit den Implikationen der digitalen Medien weder für Kinder noch für Fachkräfte auseinandergesetzt haben. Ich kann das kaum verstehen, wird doch immer wieder auch über die Notwendigkeit der Arbeitsorganisation und die zeitgemäße Konzeption von Weiterbildungen gesprochen. Würde man selbst den Umgang mit digitalen Medien der Kinder ausklammern, blieben noch so viele Baustellen, die immer mal wieder als solche deklariert, aber nie substanziell in Angriff genommen werden.

Stasimuseum Berlin

Letzte Woche haben meine bessere Hälfte und ich uns noch einmal in das Stasimuseum Berlin gewagt und die im Juni eröffnete Ausstellung „Einblick ins Geheime“ besucht. Auf vier Etagen führt die Ausstellung zurück in die Zeit der Entstehung der Unterlagen und veranschaulicht die Arbeit des Stasi-Unterlagen-Archivs heute. Das ist schon sehr bedrückend, vor allem dann, wenn man überlegt, dass die handschriftlichen Notizen und Aktenberge heutzutage automatisiert erhoben und mit massiver Rechenleistung ausgewertet werden können.

Anderes

Die restliche Zeit des Monats habe ich dann in erster Linie auch dazu genutzt, um mich auf die offenen Publikationsprojekte vorzubereiten und mit verschiedenen KollegInnen an diversen Projekten zu arbeiten. Nebenher habe ich auch das Videomaterial aus dem Urlaub bearbeitet, das Beitragsbild ist ein Screenshot aus einem Bearbeitungsversuch. Es gab einige wunderbare Spots, um mit dem FPV-Copter zu fliegen, leider sieht man erst in der Nachbearbeitung, dass man viel mehr Material bräuchte.

Was ich gelesen habe

  • Holden, D. & Kerr, C. (2016). ./code –poetry. S.L: [CreateSpace].
  • Lapsley, P. (2013). Exploding the Phone: the Untold Story of the Teenagers and Outlaws Who Hacked Ma Bell (First edition.).
  • Mackenzie, A. (2006). Cutting code: software and sociality. New York: P. Lang.
  • Weizman, E. (2011). The least of all possible evils. Humanitarian violence from Arendt to Gaza. London: Verso.

Was im Netz hängen geblieben ist: