erstellt am 4. November 2018 in monthly | kommentieren

Semesterstart, Antragsplanungen und Verwaltungsarbeit haben den Monat geprägt. Das würde ich sagen, wenn man mich spontan fragen würde. Dabei ist in diesem Monat doch einiges mehr passiert.

Von Intel zu AMD

Nach 16 Jahren habe ich mich schweren Herzens von meinem Intel-System getrennt und bin zu AMD gewechselt. Der Grund dafür waren neben dem Wunsch des Upgrades vor allem die Bewegungen von Intel in den letzten Monaten. Manipulierte Testergebnisse, überzogene Preise und Lieferengpässe haben mich dann schließlich zu AMD gebracht. Tja, nach einer kurzen Umstellungsphase habe ich mich tatsächlich schnell an das System und den punktuell aufbrausenden CPU-Lüfter gewöhnt.

Vorträge zum Themenfeld Digitalisierung und Bildung

Am 16. Oktober war ich auf der Tagung Im Horizont des Digitalen zu digitalen Beteiligungsprojekten in der Soziokultur und durfte dort einen Eröffnungsvortrag zu Digitalisierung und Bildung geben, der auf einiges Interesse gestoßen ist und eine spannende Diskussion im Nachgang ermöglicht hat. Auf der Veranstaltung wurden auch einige sehr interessante Vorhaben, wie zum Beispiel https://8160kkubik.de oder auch Komplimente, vorgestellt. Ich bin wirklich sehr froh, dass ich diese Erfahrung machen konnte und Einblicke in die Projekte der Soziokultur bekommen habe.

Am 27.10. war ich in Halle/Saale auf der Bildung auf Digitalkurs? – Chancen, Risiken, politische Notwendigkeiten und habe dort einen kurzen Impuls gegeben. Über die Einladung habe ich mich sehr gefreut. Mit dem gewählten Vortragstitel »Digitale Bildung« und andere Paradoxien zwischen 0 und 1 wollte ich auf die Komplexität von Bildung aufmerksam machen und entlang einiger nicht auflösbarer Probleme aufzeigen, wieso Technologie nicht pauschal die Antwort auf die Lösung sozialer Probleme und struktureller Herausforderungen sein kann. Es ging grundlegend um die Problemstellung, was eigentlich Bildung in einer digitalisierten Welt bedeutet und welche Spannungsfelder sich herausheben lassen. Der Rahmen war eigentlich sehr schön und gut geeignet, um über das Themenfeld zu diskutieren, leider blieb am Ende wenig Zeit für eine weitergehende Diskussion und es hat sich gezeigt, dass das Interesse an der „digitalen Bildung“ von engagierten Gästen und Konferenzteilnehmern vorangig in der Problemlösung aktueller Schulpraktiken zu beschreiben ist, was ich angesichts der Fokussierung auf die Technik problematisch finde. Denn gerade pädagogische Settings sollten nicht die Technik vor den Menschen stellen. Hier gibt es definitiv noch weiteren Diskussionsbedarf. Die radikale Gegenposition wurde dann schnell in paradigmatischen Forderungen nach Free- und Open Source Software aufgemacht. Auch das ist nicht ausreichend und meiner Meinung nach in vielerlei Hinsicht kritikwürdig. Wenn nämlich ganz selbstverständlich ein Moodle auf einem Raspberry Pi zum Einsatz kommt, kann man auch mal Fragen, was für Kontrollmechanismen in Moodle implementiert sind. Dann wäre man bei Fragen um Learning Analytics und selbstbestimmtes Handeln, aber dazu kam es leider nicht, da sich die Diskussion um andere Bereiche drehte. Besonders interessant und wertvoll empfand ich hier den Impuls von Christina Rupprecht von Wikimedia, die in ihrem Beitrag auf die Notwendigkeit Bildung mit Partizipation zusammenzudenken hingewiesen hat und eben nicht in radikale Forderungen verfallen ist, sondern klar aufzeigen konnte, wo nun das Problem der Bildung im Hinblick auf das Digitale liegen kann: Im Umgang mit Offenheit. Nicht nur hinsichtlich offener Bildungsmaterialien, sondern auch der uns umgebenden digitalen Strukturen ganz allgemein.

Was ich gelesen habe

  • Der Verlust des Denkens: über die Mythen des Computer-Zeitalters von Theodore Roszak
  • Ins Herz des Verstandes von Frank Rose

Beides Bücher, die sich mit KI befassen, beide Bände sind einige Jahrzehnte alt. Es ist interessant zu sehen, wie die Themen von Automatisierung und KI damals verhandelt wurden und wie sie sich heute scheinbar wiederholen.

Was ich noch nicht gelesen habe: Dann habe ich kürzlich eine Mail bekommen, dass der Band Pattern Discrimination, herausgegeben von Clemens Apprich, Wendy Hui Kyong Chun, Florian Cramer und Hito Steyerl noch nicht geliefert werden konnte. Wird dann wohl erst zum Jahresende werden.