1. Einleitung
  2. Leben in einer vernetzten Welt
  3. Eine Frage der Generationen?
  4. Überlegungen zur Strukturalen Medienbildung
  5. Fazit und Ausblick
  6. Literaturverzeichnis

 

1 Einleitung

In dieser Abhandlung soll das Konzept der Digital Natives und Digital Immigrants zunächst erläutert und mit Blick auf den Diskurs der Generationsproblematik kritisch diskutiert werden. Die Arbeit gliedert sich daher in drei Hauptpunkte. Als Grundlage und Ausgang für die hier dargelegten Überlegungen sollen zunächst verschiedene Vorüberlegungen hinsichtlich moderner Gesellschaften diskutiert werden. Hierfür werden Kernelemente einer Netzwerkgesellschaft, unter Berücksichtigung der Konzepte Informations- und Wissensgesellschaft diskutiert. Marc Prenskys Metapher der „Digital Natives“ ist mittlerweile weit verbreitet und auch kontrovers diskutiert. So gibt es Fachleute, welche die Thesen Prenskys stützen und jene, welche sich einer Aufnahme dieser Thesen aus verschiedenen Gründen verwehren. In einem zweiten Schritt soll demnach die Problematik unter Berücksichtigung des Generationsdiskurses behandelt werden. Ergänzend dazu werden weitere Ergebnisse und Konzepte vorgestellt. Auf den alternativen Vorschlag, einer Typisierung von Digital Visitors und Digital Residents, soll im Anschluss näher eingegangen werden. Da es sich dabei um einen sehr jungen Vorschlag handelt, wird weitestgehend auf Fachvorträge, Paper und die Blogbeiträge[1] zu diesem Vorschlag zurückgegriffen. Abschließend werden die zusammengetragenen Erkenntnisse unter Berücksichtigung des Konzeptes einer strukturalen Medienbildung diskutiert und zusammengetragen und in einem Fazit formuliert.

2 Leben in einer vernetzten Welt

Das Internet mit seiner Entwicklungszeit von nun mehr rund 20 Jahren hat die Welt zu dem werden lassen, was McLuhan (1962) das globale Dorf nannte. Die jüngere Entwicklung der Gesellschaft hat mehrere Vorstellungen, Erklärungsansätze und Definitionen mit sich gebracht. Begriffe wie „Informationsgesellschaft“, „Mediengesellschaft“, „Kompetenzgesellschaft“ aber auch „Wissensgesellschaft“ haben sich ebenso etabliert wie der Begriff einer „Netzwerkgesellschaft“. Die Problemlage ergibt sich automatisch aus der unterschiedlichen Begriffsherkunft, denn wie bereits angedeutet, entstammen diese Begrifflichkeiten aus unterschiedlichen Fachdisziplinen. Ohne jetzt dezidiert auf den Diskurs um die verschiedenen Begriffe einzugehen (vgl. hierzu Schelske 2007), soll festgehalten werden, dass Wissen nicht automatisch mit Informationen gleichzusetzen ist. „Aus Informationen wird Wissen dann, wenn sie von Menschen aufgenommen, in Zusammenhänge (Kontexte) eingeordnet, bewertet und auf zu lösende Probleme bezogen werden.“ (Jörissen/ Marotzki 2009, S. 28) Hierbei wird auf den Begriff der Wissensgesellschaft abgezielt. Infolgedessen wird konstatiert, dass Wissen im Grunde situierte Informationen sind. „Mit dem Begriff Wissensgesellschaft wird kenntlich gemacht, dass Informationen die Informationen von jemandem sind und dass diese Informationen eine Bedeutung haben.“ (de Haan / Poltermann 2002,S.8)

Der spanische Soziologe Manuel Castells (2003) etabliert mit Blick auf die sozialen Folgen der neuen Informationstechnologien den Begriff einer Netzwerkgesellschaft. Im Mittelpunkt dabei steht die zunehmende technische, soziale und geographische Vernetzung, welche zudem ein wesentlicher Indikator für das Zeitalter der Globalisierung darstellt. „[…] Es läßt sich als historische Tendenz festhalten, dass die herrschenden Funktionen und Prozesse im Informationszeitalter zunehmend in Netzwerken organisiert sind“ (Castells 2003, S.527). Charakteristisch dafür sind Faktoren wie die steigende Flexibilisierung, aber auch eine einhergehende Dezentralisierung von Machtverhältnissen. Ein Netzwerk, deren Knoten über Information, Kapital und Macht beschrieben werden können, stellt eine mögliche abstrahierende Abbildung moderner Gesellschaften dar. „Netzwerke bilden die neue soziale Morphologie unserer Gesellschaften, und die Verbreitung der Vernetzungslogik verändert die Funktionsweise und die Ergebnisse von Prozessen der Produktion, Erfahrung, Macht und Kultur wesentlich.“ (ebd.).

Sowohl die kulturelle Erfahrung als auch der Sozialstatus formen eine Netzwerkgesellschaft ebenso wie politische Organisationen. Zu berücksichtigen gilt jedoch die Tatsache, dass aus einer Netzwerkstruktur ein hohes Maß an Komplexität hervorgehen kann. Im konkreten Fall heißt das, eine Berücksichtigung von technischen Bedingungen und deren Einflüsse auf die Umwelt. Besonders mit Blick auf das Konzept der Informationsgesellschaft werden hier Ähnlichkeiten deutlich. Nach van Dijk ist das Konzept der Netzwerkgesellschaft jedoch eher als eine Ergänzung als vielmehr ein Synonym anzusehen, denn während es bei der Informationsgesellschaft um die sich ändernde Kommunikation, beeinflusst durch die neuen Technologien, handelt, fokussiert das Konzept der Netzwerkgesellschaft die organisatorischen Formen und Infrastrukturen moderner Gesellschaften (vgl. van Dijk 2006, S.146f). Diese sind zwar geprägt von einer Relativierung der Hierarchien, jedoch impliziert dies kein Verschwinden selbiger, es handelt sich dabei vielmehr um eine Flexibilisierung verbunden mit einer hohen Mobilität von Rollen und Positionen. Ein weiteres Merkmal wird über den Machtaspekt identifiziert, wobei es weniger um direkte und disziplinierende Machtausübung geht. Dem gegenüber steht die „Kunst nicht derart regiert zu werden“ (Foucault 1992, S.12). Aufgrund dieser Flexibilisierungsprozesse gelingt es die Muster der Macht innerhalb einer Netzwerkgesellschaft zu transformieren.

3 Eine Frage der Generationen?

Es gibt nunmehr viele Bezeichnungen für die junge Generation. Begriffe wie Net Geners, Millenials, Instant Message Generation, Generation@, Net Generation oder auch Digital Natives haben sich im Laufe der letzten Jahre entwickelt und spiegeln ein diffuses Bild von Theorien unterschiedlicher Fachdisziplinen wieder.

Der Diskurs über eine Net Generation bringt auch Forderungen zur Anpassung des Bildungssystems mit sich. Die zukünftigen Studierenden sind anders, und zwar grundlegend anders, so dass neue Konzepte für die Lehre benötigt werden. So konstatiert Prensky 2001 beispielsweise: „Our students have changed radically. Today’s students are no longer the people our educational system was designed to teach” (Prensky 2001a, S.1).

Und auch wenn diese Kritik am Bildungssystem von Prensky auf ein großes Echo und viel Diskussionen stieß, ist sie nicht neu, denn schon 1997 übte Don Tapscott Kritik an den Erziehungssystemen der Industriestaaten. „There is growing appreciation that the old approach is ill-suited to the intellectual, social, motivational, and emotional needs of the new generation” (Tapscott 1997, S.180ff). Tapscott krisitert dabei vor allem den fundamental verankerten Frontalunterricht sowie den Behaviourismus (vgl. ebd.). Diese Kritik wiederholt er einige Jahre später und präzisiert hierbei seinen Standpunkt. So beschreibt Tapscott (2008) die Net Generation in „Grown up digital“ als die Generation, welche als erste selbstverständlich mit digitaler Technologie von klein an aufwächst. Net Geners, wie Tapscott diese Generation nennt, setzen einen kontinuierlichen sowie konstanten Zugang zu neuen Technologien wie dem Computer und dem Internet voraus. Zudem sind sie selbst untereinander über Soziale Netzwerke und andere technologische Plattformen miteinander verbunden. Diese Faktoren haben das Verhalten der Generation an sich geändert und geprägt (vgl. S.20f). Er führt zudem Charakteristika der Net Generation, wie u.a. die Freiheit wählen zu können, ein natürliches Verständnis von Kollaboration und das Verlangen nach Unterhaltung, an (vgl. ebd. S. 34f). Wenngleich seine Eigenschaften einer Net Generation Raum für Diskussion lassen, soll hierbei jedoch nicht näher darauf eingegangen werden. Im Zuge des Diskurses wird von verschiedenen Seiten, so unter anderem von Norm Friesen, angemerkt, dass diese Forderungen rund um die Net Generation voreilig und bei genauerer Untersuchung nicht haltbar seien:

„But these claims are all too frequently invoked without being subject to any kind of questioning or scrutiny, and often with little explicit supporting evidence. Closer investigation reveals the phenomena behind these claims to be much less self-evident, and much more controversial and complex than one would initially be led to believe.“ (Friesen 2006, ipseity.blogsome.com/2006/08/14/)

Im Folgenden sollen Thesen des Pädagogen Marc Prenskys genauer diskutiert werden und mit Blick auf die Kritik der Versuch gemacht werden, eine alternative Perspektive aufzuzeigen.

3.1 Digital Natives und Digital Immigrants

Nach Prensky sind Digital Natives Personen, welche zu einer Zeit aufgewachsen sind, in der bereits digitale Technologien wie Computer, das Internet und Handys verfügbar waren. Als Antonym etabliert Prensky die Digital Immigrants, welche Digitale Technologien erst als Erwachsene kennengelernt haben.

Als Ursprung dieser Begrifflichkeiten kann der Artikel Digital Natives, Digital Immigrants, welcher im Oktober 2001 in der Zeitschrift On the Horizon publiziert wurde, angesehen werden. In diesem Artikel konstatiert Prensky einen fundamentalen Wandel der Gesellschaft, welcher bedingt durch Medientechnologien nicht kontinuierlich, sondern plötzlich stattgefunden habe.

“A really big discontinuity has taken place. One might even call it a ‘singularity’ – an event which changes things so fundamentally that there is absolutely no going back. This so-called ‘singularity‘ is the arrival and rapid dissemination of digital technology in the last decades of the 20th century.” (Prensky 2001a, S.1)

Prensky greift dabei auf interdisziplinäre Forschungsergebnisse zurück, um seine These der Singularität zu untermauern und argumentativ zu stützen. Neben der Kulturwissenschaft und Linguistik stützt er seine Thesen in einem zweiten Aufsatz, welcher im Dezember 2001 mit dem Titel “Do they really think different?” erschienen ist, mit empirischen Ergebnissen aus der Neurobiologie. Die Generation der Digital Natives, jene, welche die Digitale Sprache wie ihre Muttersprache sprechen, sind aufgrund plastischer Entwicklungen des Gehirns bislang einzigartig (vgl. Prensky 2001b). Prensky, ein ausgebildeter Pädagoge und aktiver Manager, greift bei seiner Argumentation mehrfach Lernsituationen von Schülern auf und verdeutlicht daran seine These, welche auf generationsspezifische Unterschiede zurückzuführen ist. Seine Kritik richtet sich dabei gegen formale Ausbildungsprozesse aber auch gegen traditionale Denkmuster und mangelnde Perspektivübernahme:

“Digital Immigrants don’t believe their students can learn successfully while watching TV or listening to music, because they (the Immigrants) can’t. Of course not – they didn’t practice this skill constantly for all of their formative years. Digital Immigrants think learning can’t (or shouldn’t) be fun. Why should they – they didn’t spend their formative years learning with Sesame Street.” (Prensky 2001a, S.3)

Er sieht dies als ein ernst zunehmendes Problem an und verdeutlicht seinen Standpunkt anhand einer linguistischen Metapher, in der er davon spricht, dass heutige Lehrer eine veraltete Sprache sprechen:

“It’s very serious, because the single biggest problem facing education today is that our Digital Immigrant instructors, who speak an outdated language (that of the pre-digital age), are struggling to teach a population that speaks an entirely new language.” (Prensky 2001a, S.3)

Bei seiner Argumentation bezieht er konsequenterweise auch Computerspiele als ein besonderes interaktives Medium ein. Nicht verwunderlich, denn Prensky gilt zudem als Vertreter des „Game Based Learning“ Ansatzes (vgl. Prensky 2001c). Im deutschen Raum gilt insbesondere Schulmeister (2008) als ein Kritiker der von Prensky dargestellten Theorien. Seine Kritik richtig sich einerseits gegen das methodische Vorgehen, denn die interdisziplinären Ergebnisse führen zu einer hohen Undurchsichtigkeit. Zudem scheint die prägnante und scharf formulierte Rhetorik einen populistischen Eindruck zu vermitteln. Ferner beruhen alle Erkenntnisse Prenskys auf qualitativen Aussagen, es fehlen ihm, so Schulmeister, empirisch oder systematisch gewonnene Daten (vgl. Schulmeister 2008, S.21).

Die Diskussion, welche sich um diese Thesen entwickelt hat, kann überspitzt so dargestellt werden: Es würde junge Nutzer geben, welche mit Digitalen Technologien umgehen können und alte Nutzer, welche es nativ nicht können und es zunächst erlernen müssen, es aber nie so gut können werden, wie die nativen Nutzer. Unter Berücksichtigung der Kernthese, wie sie von Prensky verfasst wurde, entwickelte diese Diskussion scheinbar eine sehr eigenständige Dynamik. Grundlegend werden jedoch Probleme angesprochen, welche tatsächlich auch diverse wissenschaftliche Bereiche gleichermaßen vor neue Herausforderungen stellt wie auch schulische Institutionen selbst. Er beschreibt im Grunde eine Kluft zwischen Schüler und Lehrer, welche aneinander vorbeisprechen oder gar unterschiedliche Sprachen sprechen. Prensky wählt bei der Darstellung seines Szenarios eine Dichotomie zwischen veralteten Inhalten und neuen Inhalten der Zukunft:

“‘Legacy’ content includes reading, writing, arithmetic, logical thinking, understanding the writings and ideas of the past, etc – all of our ‘traditional’ curriculum. It is of course still important, but it is from a different era. Some of it (such as logical thinking) will continue to be important, but some (perhaps like Euclidean geometry) will become less so, as did Latin and Greek. ‘Future’ content is to a large extent, not surprisingly, digital and technological. But while it includes software, hardware, robotics, nanotechnology, genomics, etc. it also includes the ethics, politics, sociology, languages and other things that go with them.” (Prensky 2001a, S.4)

Hierbei merkt Schulmeister kritisch an, dass sich diese Dichotomie zwischen “legacy content” und “future content” jeglicher wissenschaftlicher Grundlage entbehrt (vgl. Schulmeister 2008, S.19). Dabei kritisiert er zunächst die Verwendung des Begriffs „legacy“ und betrachtet ihn in seiner reinen Übersetzung als „Vermächtnis“. Doch folgt man der Argumentation Prenskys genauer, dann stellt man fest, dass er diesen Begriff aus der Informationstechnik entlehnt. Dies führt er gleich zu Beginn seiner Thesen an: „It seems to me that after the digital ‘singularity’ there are now two kinds of content: ‘Legacy’ content (to borrow the computer term for old systems) and ‘Future’ content.” (vgl. Prensky 2001a, S.4). Das heißt also, dass es sich bei dem besagten „legacy content“, mit Blick auf die Computer- und Informationstechnologien, um ältere Datenbestände handelt, die möglicherweise nicht mehr problemlos genutzt werden können, weil neue Programme, ein neues Betriebssystem oder ein neues Computersystem eingeführt wurden.

Ferner stört sich Schulmeister an der Bezeichnung „content“, denn es gehe hierbei doch um „kodifiziertes Wissen“ (Schulmeister 2008, S.19). Prensky spricht dabei vom Schreiben, logischen Denken und dem mathematischen Verständnis im Allgemeinen. Die Kritik Schulmeisters richtet sich also vornehmlich gegen das Verständnis Prenskys vom Wissen. Doch betrachtet man dieses Verständnis unter Berücksichtigung neuer Webdienste, wie Youtube, Google Maps aber auch Flickr, stellt man schnell fest, dass die besagten Inhalte sich längst nicht mehr nur über klassische Medienformate erstrecken, sondern neu interpretiert werden. Youtube stellt dabei ein besonders prägnantes Beispiel für die teilnehmende Kultur und die Konvergenz der verschiedenen Medien dar (vgl. Jenkins 2008). Neue Artikulationsräume, wie Youtube, ermöglichen nicht nur das unterschiedliche Verarbeiten von Informationen, sondern eröffnen ganz neue Spielräume zur Interpretation und Reproduktion. Der Prozess der Informationsbeschaffung hat sich jedoch grundlegend, wenngleich nicht ad-hoc, verändert und vermutlich würde man sich heute schwer tun, wenn man Informationen aus einer 5 ¼-Zoll-Diskette auslesen möchte. Die Argumentation Prenskys legt es nahe, weniger nur von kodifiziertem Wissen zu sprechen, sondern vielmehr von den Prozessen der Informationsgenese und Vermittlung ganz allgemein. Das bedeutet konkret die Förderung konstruktivistischer Methoden. Mit neuen Technologien entstehen neue Arbeitsmuster. Mark Warschauer verdeutlicht dies an einem sehr schönen Beispiel, indem er die Wissensproduktion heute mit der Zeit vor der Verfügbarkeit des Internet vergleicht. Während man heute auf viele Quellen im Netz zurückgreifen kann, hat der Student damals noch sehr viele Bücher aus den Bibliotheken zusammentragen müssen. Die Bücher in den Bibliotheken wurden dabei doppelt geprüft, einmal durch die Bibliothek selbst aber auch schon durch die Verlage (vgl. Warschauer 2003, S.114). Die Optionalität ebenso wie das Risiko einer mangelnden kritischen Reflexion sind somit gestiegen. Dies hat natürlich auch zur Folge, dass der Student für die Validität gewählten Quellen eine hohe Eigenverantwortung hat. „Today, a student who relies at least in part on information collected from the Internet has a much greater personal responsibility to critically evaluate sources because of the unevenness of quality and reliability of texts found there.” (ebd.).

3.2 Alternative Typisierungen?

Im Zuge des Generationsdiskurses wurden auch diverse empirische Studien durchgeführt, um eine möglichst präzise differenzierte Erklärung des zuvor diskutierten Phänomens zu finden. Die komplexe und vielschichtige Mediennutzung lässt Raum für weitere Differenzierungen, wie sie beispielsweise bei der „MedienNutzerTypologie“, auf wissenschaftlicher Basis im Rahmen einer Langzeitstudie von ZDF und ARD entwickelt wurden. Eine Nutzertypologisierung unter Berücksichtigung neuer Web-Technologien sieht dabei wie folgt aus:

Abbildung 1 Nutzertypologie der ARD und ZDF Langzeitstudie (vgl. Schulmeister 2008, S.38; Oehmichen, media perspektiven 5/2007, S. 226ff; Hartmann & Höhne, media perpektiven 5/2007, S. 235ff)

Die hier vorgestellte Langzeitstudie von ZDF und ARD verstärkt den Eindruck, dass das Hauptkriterium für die Unterscheidung offenbar das Alter ist:

Abbildung 2 Quelle: MNT-Justierungsstudie 2006

“Die Diagonale der Häufigkeiten in der Tabelle zeigt, dass diese Typologie anscheinend die nach Alter unterschiedliche Einstellung zu den Medien erfasst hat.” (Schulmeister 2008, S.38) Zu beachten gilt jedoch, dass es sich bei der Erhebung um einen Zeitschnitt handelt, vor dem die älteren Personen ganz andere Lebenserfahrungen und Einstellungen entwickelt haben als jüngere Personen, welche in die digitalen Technologien herein geboren wurden und damit von klein auf sozialisiert wurden (vgl. ebd.). Infolge dessen ist es also nicht verwunderlich, dass die Einstellungen sich mit Blick auf die unterschiedlichen Jahrgänge verändern. Dieser Punkt verstärkt eine recht basale Vermutung, nämlich die These, dass sich das individuelle Nutzerverhalten im Laufe der Zeit verändern kann.

Zudem sollte angemerkt sein, dass das Erkenntnisinteresse nicht außer Acht gelassen werden darf, denn bei der ZDF und ARD Langzeitstudie geht es vor allem darum, wie die Programmplanung auf die Zielgruppen angepasst und optimiert werden kann. Die Typologie abstrahiert jedoch bereits ein umfangreiches Nutzungsverhalten und impliziert somit auch die Frage, wie bestimmte Technologien genutzt werden. Betrachtet man die Untersuchungen also mit Blick auf die Entwicklung der Medientechnologien, scheint sich ein wiederholender Zyklus zu ergeben. Wichtig dabei scheint jedoch die Geschwindigkeit mit welcher sich die Technologien entwickeln zu berücksichtigen. Die Generationsproblematik wird somit zwangsläufig relativiert, da die Intervalle neuer Technologien und Dienste kürzer werden. Ein Indiz dafür ist zudem die hier vorgenommene und notwendige Neujustierung dieser Typologie.

3.3 Residents – Visitors statt Natives und Immigrants

Die Typisierung in Residents (Ansässige) und Visitors (Besucher) geht auf das ISTHMUS Projekt zurück, welches von der Arbeitsgruppe der Technology-Assisted Lifelong Learning an der Universität Oxford, England durchgeführt wurde. Ziel des Projektes war es, die Entwicklung sozialer Medientechnologien unter Berücksichtigung von institutionellen Lehrangeboten zu berücksichtigen. Dabei geht es in erster Linie nicht darum, welche Technologien genutzt werden, sondern wie sie genutzt werden (vgl. White 2008).

Im Rahmen des Projektes entstand der Vorschlag eine alternative Nutzerkategorisierung anhand des Onlineverhaltens unter Berücksichtigung der sozialen Einflüsse vorzunehmen. David White, Senior Manager im Bereich Entwicklung der TALL-Gruppe, stellte das Konzept auf der Association for Learning Technology Konferenz im September 2009 an der Universität in Manchester, England vor.

Der Nutzertyp Resident (der Ansässige) verbringt einen gewissen Teil seines Lebens Online. Das Internet, insbesondere das World Wide Web, dient dabei als unterstützendes Element und Werkzeug, um das Leben zu strukturieren. Die Identität der aktuellen Welt besteht somit auch zu einem gewissen Anteil aus der projektiven Identität des Netzes. Bei Ansässigen handelt es sich um Nutzer, so White, welche eine etablierte Persona haben und diese regelmäßig pflegen (vgl. White 2008, 2009).

Demnach nimmt das Internet einen wesentlichen Bestandteil im Leben dieser Personen ein. Die Residents nutzen das Netz in vielen Lebenslagen, nicht nur zu professionellen beruflichen Zwecken, sondern ebenfalls zur Entspannung, Informationsverteilung und Freizeitgestaltung. Ausgehend von einer grundlegend optimistischen Haltung kann bei den Residents eine andere Vernetzungsstruktur erwartet werden als bei den Visitors. Aufgrund der globalen Möglichkeiten, welche das Internet bietet, ergeben sich globale Kontaktmöglichkeiten, welche von den Residents eher wahrgenommen werden als es bei den Visitors der Fall sein könnte.

Der zweite Typ, welcher von White klassifiziert wird, ist der so genannte Visitor. Die Visitor nutzen das Internet genau dann, wenn es die Notwendigkeit erfordert. Besucher haben meist ein Ziel vor Augen oder eine Aufgabe zu bewältigen, demzufolge sind sie sehr fokussiert bei ihrer Arbeit beziehungsweise Erfüllung dieser Aufgabe. Nach Whites Klassifizierung sind die Besucher auch eher skeptisch bei der Nutzung von Diensten, welche eine Online-Identität ermöglichen. Anders als die Ansässigen existiert kein ausgeprägtes Bedürfnis an der aktiven Teilnahme von sozialen Geschehnissen im Netz, wie die Gemeinschaftsbildung in Virtuellen Communities oder ähnlichem.

Hieraus ergibt sich auch die grundlegende Unterscheidung beider Nutzertypen. Während der Ansässige eine permanente Onlinepräsenz besitzt, nutzt der Besucher das Netz nur, um eben die benötigte Aufgabe zu erfüllen. Nach White ist die konstante Entwicklung der Persona ein maßgebliches Kriterium zur Unterscheidung zwischen Visitor und Resident (vgl. White 2008).

Jedoch geht das Konzept der Residents und Visitors einen Schritt weiter und kann somit als Ergänzung zum Modell der Natives und Immigrants gesehen werden. Betrachtet man die Unterscheidung der Natives und Immigrants, so ist eine relativ deutliche Grenzziehung möglich. Wie Prensky beschreibt, sind die Immigrants die erste Generation, welche vom frühen Kindesalter an mit den neuen Medientechnologien des digitalen Zeitalters aufgewachsenen sind. Computer- und Videospiele, Handys aber auch das Internet sind, so Prensky, integrale Bestandteile ihres Lebens und sie wurden schon früh damit sozialisiert (vgl. Prensky 2001a, S.2). Eine grobe Eingrenzung könnte also die Relation der Geburtsjahre in Verbindung mit der Einführung des Internet gemacht werden. Das Modell der Visitors und Residents hingegen fokussiert allein das Nutzerverhalten und die daran geknüpften Elemente. So kann ein Resident auch in das Muster der Digital Immigrants passen, da er im Alter von über 50 Jahren sehr aktiv am Netzleben teilnimmt. Auf der anderen Seite können somit auch Jugendliche erfasst werden, welche das Netz aufgrund unterschiedlicher Begebenheiten nur sporadisch nutzen. Im Gegensatz zum Modell der Natives und Immigrants bildet diese Typisierung somit ein mögliches Fundament für weitere Distinktionen. Es handelt sich also nicht um eine bipolare Unterscheidung, sondern vielmehr um ein Spektrum, bei welchem die Besucher und Ansässigen die beiden Extreme darstellen.

Eine Teilung entsteht jedoch durch die Werte, welche die Residents den Sozialen Netzwerken aber auch Sozialen Diensten ganz allgemein zuschreiben und die Visitors nicht. Das Konzept der Residents und Visitors soll jedoch kein Ersatz für das von Prensky 2001 formulierte Modell der Natives und Immigrants sein. Vielmehr kann man es als eine Ergänzung ansehen, welche die Diskussion in eine neue Richtung lenken und zudem auch die Schwachpunkte, wie die vermeintliche Generationsfokussierung berücksichtigen könnte. Der im Netz Ansässige verfügt über ein gewisses Maß an Erfahrung im Umgang mit Webdiensten wie zum Beispiel Youtube oder Flickr, zudem ist er auch im Umgang mit Sozialen Netzwerken vertraut. Dies lässt darauf schließen, dass das Nutzungsverhalten ausdifferenziert ist. Die Frage, ab wann die Stufe einer autonomen Weiterentwicklung der Fähigkeiten, beispielsweise die geschickte Formulierung von Suchmustern oder eine optimierte Strukturierung des Informationsflusses, welche wiederum zur besseren Orientierung beitragen könnte, wird dabei nicht beantwortet. Hierbei spielt auch der sozioökonomische Status eine wesentliche Rolle. Die Sozialforscherin danah boyd vom Berkman Center for Internet and Society hat 2008 im Rahmen ihrer Dissertation aufgezeigt, dass allein die Auswahl des Sozialen Netzwerkes aufgrund des sozioökonomischen Hintergrundes stattfindet. Während Facebook weitestgehend von Jugendlichen aus stabilen sozialen Verhältnissen genutzt wird, welche auf ein College gehen oder vorhaben eines zu besuchen, scheint Myspace dagegen die Wahl jugendlicher Musikinteressierter dunkler Hautfarbe zu sein, welche keine Ambitionen haben, auf ein College zu gehen (vgl. boyd 2008). Begründen lässt sich diese Tatsache wohl auch mit dem College-zentrierten Fokus, unter welchem die Gründer Facebook eröffneten (vgl. Doughtery 2010).

Residents und Visitors haben jedoch eins gemeinsam: Für beide Nutzergruppen scheint die Software oder Hardware hinter einer Webanwendung von zweitrangiger Bedeutung. Es besteht meist kein stärkeres Interesse daran, die technischen Gegebenheiten zu ergründen. Dies ist heutzutage auch gar nicht mehr notwendig, da es mittlerweile eine Vielzahl von Werkzeugen für die grundlegenden Kommunikationsmechanismen gibt. Die Nutzer müssen also nicht erst eine eigene Kommentarfunktion in PHP programmieren, um mit anderen über ein Thema zu diskutieren. Stattdessen kann man über einfache Webanwendungen seinen eigenes Blog erstellen, ein Soziales Netzwerk als Diskussionsplattform nehmen oder innerhalb von 5 Minuten einen eigenen WordPress Blog eröffnen.[2] Dies stellt das zuvor von Prensky skizzierte Bild der technologieaffinen Nutzer zur Disposition, denn offenbar spielen die Technologien und ihre Funktionsweisen eine untergeordnete Rolle.

Die Visitor – Resident Unterscheidung erscheint nach White dann als sinnvoll, wenn es beispielsweise um die Wahl der begleitenden Werkzeuge in einem Seminar geht. Handelt es sich bei den Seminarteilnehmern vorrangig um den Typ Resident, könnte sich eine Weiterführung der Seminarinhalte in Online-Gruppen und zusätzliche Angebote zum Knüpfen neuer Kontakte als produktiv erweisen. Hierbei spielt weitestgehend die Akzeptanz der eingesetzten Software eine wesentliche Rolle.

White beschreibt dies in einem Beispiel, bei dem eine Diskussionsgruppe auf dem Sozialen Netzwerk Facebook eröffnet wurde.

“We offered membership of a facebook group to our students as they left their online courses. The majority signed-up without question as they wanted to stay in touch with fellow students and continue discussions. The remainder saw the group as pointless and a possible invasion of privacy. Both sides of this argument are correct… It’s a question of approach and motivation, hence Visitors and Residents.” (White 2008, http://tallblog.conted.ox.ac.uk/index.php/2008/07/23/not-natives-immigrants-but-visitors-residents/)

Ungeklärt bleibt hierbei die Frage, inwiefern es eine Diskrepanz zwischen den aktiven Nutzern und den Kritikern, also den passiven Nutzern in diesem Falle, gab und welche Auswirkungen dies auf die Seminargestaltung hatte.

Zwar kann die Berücksichtigung der Nutzertypen deutliche Auswirkungen auf die Seminargestaltung haben, jedoch ist es einerseits schwer eine Typisierung im Vorfeld vorzunehmen und andererseits handelt es sich auch immer um eine Gruppe aus verschiedenen Individuen. Die Frage hierbei wäre dann, wie man welche Werkzeuge (Wikis, Blogsysteme, Diskussionsgruppen) einsetzt, um ein optimales Ergebnis zu erzielen. Ein optimales Ergebnis bedeutet dabei ein hohes Maß an Zugänglichkeit und somit eine produktive und angenehme Arbeitsumgebung für die Teilnehmer zu schaffen. Eine hohe Akzeptanz gegenüber neuen Technologien kann dabei eher zu positiven Erfahrungen führen und zudem auch kleinere Hürden bei der Gestaltung überwinden. Festzuhalten bleibt jedoch, dass trotz der Möglichkeiten und Werkzeuge nicht allein die Technologien die Ausbildung verändern. Mit Blick auf eine mögliche Seminargestaltung scheint es also zunächst als sinnvoll, gegebene Potenziale zu erkennen und die Technologien ergänzend einzusetzen. Im besten Falle verstärken sie Prozesse, die bereits begonnen haben (vgl. Warschauer 2003, S.134).

Dieses Modell fokussiert sehr stark die Motivationsgründe zur Nutzung und Partizipation. Dabei wird die Frage der persönlichen Kompetenz ganz klar relativiert. Welche Möglichkeiten man im Web nutzt sowie die Frage, ob man in der Lage ist, relevante Informationen zu finden und zu verarbeiten wird dabei zunächst vernachlässigt, könnte aber unter Berücksichtigung des Frameworks, wie es der Niederländer Jan van Dijk (2006) entwickelt hat, durchaus begünstigend wirken, wenn man Kernprobleme hinsichtlich der Nutzung identifizieren möchte. Gelten beide Typen, Resident und Visitor, als polare Extreme, so fallen natürlich jene aus dem Raster, welche nicht in der Lage sind das Netz für ihre Zwecke zu nutzen und schon grundlegende Zugangsprobleme haben. Dies führt zu einem weiteren Punkt. Denn unter Berücksichtigung einer Digitalen Ungleichheit könnte eine Kluft zwischen jenen entstehen, die das Internet nur sporadisch und wenig zweckorientiert nutzen und jenen, die das Internet gezielt für ihre Zwecke einsetzen, erfolgreich Informationen suchen und zugleich auch selbst Inhalte publizieren (vgl. Hargittai 2008, Gehrke 2004).

4 Überlegungen zur Strukturalen Medienbildung

Ein wesentlicher Aspekt ist dabei die Frage des Lernens und der Bildung mit Blick auf das eigene Selbstbild. Das zuvor skizzierte Beispiel der Facebook-Gruppe zeigte, dass für einige Nutzer das Lernen ein privater Prozess zwischen Dozent, Büchern und einem selbst ist. Soziale Dienste wie Facebook passen dabei nicht in das Schema und führen bei diesen Nutzertypen zu Irritationen. Die Nutzung dieser neuen Technologien, wie beispielsweise die Schaffung einer Diskussionsgruppe auf Facebook oder die kollaborative Arbeit an einem Wiki, implizieren zunächst den Eintritt in einen unbestimmten Raum, neue habituelle Verhaltensweisen werden entwickelt, neue Arbeitsschritte müssen zunächst erlernt werden. Eine optimale Umgebung wäre eine im höchsten Maße intuitive technologische Umgebung, so dass die Nutzung des Dienstes nicht als fremdartig, sondern als erwünscht wahrgenommen wird.

Bei dem zuvor zitierten Beispiel der Facebook-Gruppe wird ein weiterer Punkt deutlich, nämlich das Verschwimmen der Grenzen von Privatsphäre und, in diesem konkreten Fall, der Studienaktivitäten. Während die Etablierung einer Diskussionsgruppe von einigen positiv aufgenommen wurde, empfand ein anderer Teil der Seminargruppe dies als möglichen Eingriff in die Privatsphäre. Es zeigt sich, dass das Verständnis von Privatsphäre im Zuge einer Netzwerkgesellschaft scheinbar einer Transformation unterliegen kann.

Die technische Infrastruktur ermöglicht kurze Rückkopplungskanäle und Feedbackmöglichkeiten. Nicht zuletzt deswegen stellen Webdienste wie Twitter, Kundenrezensionen, Preisvergleichsportale, aber auch Soziale Netzwerke wie Facebook eine besonders effiziente Methode zur Kundenbindung und Marktforschung für die Marktkommunikation dar. Eine Reaktion seitens der Werbetreibenden ist auch unabdingbar, denn gerade die Netznutzer stellen meist keine homogene Zielgruppe dar. Es fällt also schwer, sie über die klassischen Werbekanäle zu erreichen. Die Nutzer profitieren auf der anderen Seite von der Möglichkeit zur Partizipation. In Sozialen Netzwerken werden Informationen über Produkte und Ereignisse geteilt und ausgehend von den Freunden und Kontakten her bewertet. Machtverhältnisse verschieben sich dahingehend, dass die Stimme der Individuen in verschiedensten Formen gebündelt werden kann und Hierarchien abflachen. Aufgrund dieser Relativierungsprozesse entsteht jedoch auch, nicht zuletzt aufgrund der technischen Beschaffenheit, ein hohes Maß an Komplexität. Um Orientierung zu ermöglichen, müssen Mechanismen etabliert werden, um diese Komplexität zu reduzieren. Virtuelle Gemeinschaften, Soziale Netzwerke aber auch institutionalisierte Ratgebersysteme und Rezensionsplattformen dienen dabei der Orientierung und schaffen Sicherheiten für die Handlungsräume der Nutzer.

Das Reputationssystem des Auktionshauses Ebay ist dabei nur ein Beispiel (vgl. Brinkmann / Meifert 2003). Die Nutzer sind an ihr Profil und somit eine Identität gebunden, natürlich ist man in der Lage, die technischen Beschränkungen zu umgehen und sich beispielsweise ein anderes Konto anzulegen, jedoch ist dies mit einem gewissen Maß an Aufwand verbunden. Nutzer mit einer durchweg positiven Bewertungshistorie erfahren eine höhere Anerkennung als Nutzer, welche bislang keine Transaktionen gemacht haben oder deren Transaktionshistorie von schlechten Erfahrungen geprägt ist. Das Ziel ist es also, eine hohe Reputation durch seriösen Handel aufzubauen (vgl. Diekmann / Wyder 2002). Denn am Körper (dem Blick, dem Verhalten, der Körperhaltung) wie man es bei einer face-to-face Kommunikation gewöhnlich macht, kann man keine Sicherheiten abschätzen oder Vertrauen generieren. Der Körper existiert nicht im Netz. Demzufolge werden technische Umsetzungen geschaffen, um die vermittelte Kommunikation so sicher wie möglich zu machen. Ein Reputationssystem übernimmt dabei grundlegende Funktionen, um Handlungssicherheiten durch technische Mittel zu gewährleisten. Gelingt es, eine eindeutige soziale Skizzierung der Persona vorzunehmen, gibt es einen weiteren Anhaltspunkt zur Überprüfung der Person, mit welcher man unter Umständen einen Handel abschließen möchte. Im Zuge einer Dichotomie von Gemeinschaft und Gesellschaft, wie sie Tönnies (1997) thematisiert, sei angemerkt, dass der Begriff der „Community“ zwar langläufig mit dem der Gemeinschaft übersetzt wird, jedoch hierbei nicht wirklich treffend ist, denn es ist maßgeblich der Handel und nicht die emotionalen Bindungen, welcher die Nutzer auf der Auktionsplattform Ebay zusammenbringt und somit das System aufrecht erhält. Vertrauen wird folglich zu Sozialem Kapital (vgl. Warschauer 2003, S.153). Dies hat weitreichende Folgen für die Partizipation im Netz und die daran gebundene Orientierungs- und Handlungsfähigkeit. Ebay stellt dabei nur eines von vielen Beispielen dar.

Während einige von einer Transformation der Gesellschaft sprechen, deutete Prensky eine radikale Änderung dieser an. An dieser Stelle und mit Blick auf die genannten Beispiele könnte man die Frage stellen, ob es sich hierbei um eine Transformation im klassischen Sinne handelt, oder ob Strukturen aufgelöst werden, verschwinden und es im Zuge von Digitalisierungsprozessen zu einer Neustrukturierung kommt, wie es scheinbar auch von Prensky, wenngleich überspitzt, thematisiert wurde. Eine wesentliche Rolle spielt dabei das Verständnis von Öffentlichkeit. Eine Relativierung hinsichtlich des Begriffs von Öffentlichkeit kann hier als sinnvoll angesehen werden. Mit Blick auf eine Netzwerkgesellschaft erscheint dabei auch der Ansatz von Livingstone (2005) als relevant, welcher davon ausgeht, dass Öffentlichkeit über eine Menge von Menschen definiert ist, die ähnliche Ansichten und Einstellungen vertreten (vgl. S.9) Dies kann lokal, aber auch global interpretiert werden. Livingstone fokussiert dabei die Frage, wie Medientechnologien es schaffen eine gemeinsame Plattform für diese Individuen zu erschaffen, um darüber eine Form der Öffentlichkeit abzubilden (vgl. boyd 2008, S.30). Während die eine Öffentlichkeit von einer Gruppe in einem kontextuellen Zusammenhang wahrgenommen wird, existiert sie für eine andere Gruppe in dieser Form gar nicht.

Aktuelle Diskussionen, wie die Frage der Privatsphäre im Rahmen des Street View Projektes von Google, beleuchten diesen Aspekt aus verschiedenen Perspektiven. Sie involvieren sowohl politische Akteure als auch die Netzgemeinde selbst, was zur Folge hat, dass institutionelle Grundlagen neu überdacht und aktualisiert werden müssen. Und auch hier sei angemerkt, dass es weniger eine Frage der Generationen als vielmehr eine Frage der Einstellung hinsichtlich des Verständnisses von Onlineaktivitäten ist. Unsicherheiten entstehen meist durch mangelnde Informationslage und führen dann zu einer verweigernden Haltung. Durch mangelnde Vertrautheit wird das Ausblenden verbleibender Risiken erschwert (vgl. Luhmann 2000, S.22).

Das Problem der “verschwindenden” Privatsphäre wird dabei wohl noch einige Zeit ein Schwerpunkt der Diskussionen sein. Betrachtet man Google Street View unter dem Aspekt der Visitors und Residents, wird schnell der Kern der Kritik deutlich. Es ist weniger eine Frage des Datenschutzes und der Privatsphäre als vielmehr eine Frage von Akzeptanz, die Akzeptanz einer neuen oder auch anderen Öffentlichkeit. Während die Frage einer Auflösung hinsichtlich bekannter und auch traditionaler Gesellschaftsmuster angesprochen wurde, kann festgehalten werden, dass es sich bei dem Begriff der Privatsphäre und dem dahinterstehende Konzept sowie dem individuellen Verständnis dessen um eine Transformation handelt.

Betrachtet man das Beispiel zu Ebay unter Berücksichtigung der Residents und Visitors wird schnell deutlich, dass der Umstand ein Produkt im Netz zu versteigern gleichsam an die digitale Identität des Verkäuferkontos gebunden ist. Im Zuge der Distinktion zwischen Resident und Visitor wird deutlich, dass es sich nicht um ein bipolares Modell handeln kann, sondern vielmehr um ein Spektrum. Die Frage, ab wann ein Visitor sich zum Resident entwickelt, wird hierbei scheinbar über die Häufigkeit der Nutzung definiert. Denn für eine häufige Nutzung ist eine gewisse Reputation notwendig, andernfalls würde man keine oder nur sehr wenige erfolgreichen Folgetransaktionen erhalten und im schlimmsten Fall sogar aus dem System ausgeschlossen und gleichsam als Akteure von der sozialen Bühne verbannt werden.

Durch den Microbloggingdienst Twitter wird das Konzept eines Sozialen Netzwerkes erneut interpretiert, denn es ist keine bidirektionale Verbindung notwendig, um ein individuelles Netzwerk zu eröffnen, man folgt einem Nutzer, dieser jedoch muss einem nicht gleichzeitig auch folgen. Man ist nun völlig frei und ohne jegliche Verpflichtung der Person welcher man folgt. Die Bedeutung der „weak ties“ (Granovetter 1973) wird hierbei in den Vordergrund gerückt, denn sie ermöglichen den Zugang zu alternativen Informationen. Das Konzept der Netzwerkgesellschaft wird hierbei unter den Bedingungen vermittelter Kommunikation abgebildet.

Erneut soll hierbei auf die Phänomene der Marktkommunikation hingewiesen werden, denn auch Firmen haben längst erkannt, welches Potenzial dieser Service bietet, um einerseits kostengünstige Kampagnen durchzuführen und andererseits neue Wege hinsichtlich der Kundenbindung und der Kundenbetreuung zu gehen. Die Formulierung, dass man einer Person oder einem Twitter-Nutzer folgt, muss also an dieser Stelle qualifiziert werden, da es scheinbar darauf ankommt, wie man diesen Dienst nutzt und wen oder was man repräsentieren möchte.

Ein weiterer Aspekt ist die Begrenzung der Updates auf 140 Zeichen, welche dazu führt, dass eine Vielzahl von kleinen Informationen tagtäglich, gar im Sekundentakt von Millionen Nutzern generiert wird. Um sich im „Twitverse“, wie es teilweise von den Nutzern selbst genannt wird, zu etablieren, ist also eine kontinuierliche Teilnahme in diesem sozialen Raum unabdingbar. Man muss das System mit regelmäßigen Updates füttern. Dies ist natürlich noch längst kein Garant dafür, dass das Prinzip funktioniert, denn erst dann, wenn eine gewisse Menge an Nutzern diesen Updates folgt und diese Informationen für relevant erachtet und im Zuge der Interaktion interpretiert, gelingt es, die Identität im Netz speziell durch diesen Dienst zu stärken und eine Präsenz zu entwickeln. Die reine Information wird somit zu einer Form kulturellen Kapitals des Individuums. Dies könnte zu einer langläufigen Transformation des Spiels mit der Identität führen, wie es beispielsweise von Sherry Turkle (1995) beschrieben wurde. Die eigene Identität wird dabei zur Marke und dient dazu ein Image zu etablieren und dieses auch aufrecht zu erhalten. Die Pseudonymität kann dabei immer weiter in den Hintergrund der Handlungen gerückt werden. Wenngleich dies ein signifikantes Merkmal einiger Bereiche darstellt, bleiben dennoch alternative Räume erhalten. Mit Blick auf die Bildungsdimension des Grenzbezugs (vgl. Jörissen / Marotzki 2009, S.67f) wird deutlich, dass die Onlineaktivität im starken Zusammenhang mit der Offlineaktivität steht. Dies verdeutlichen auch derzeit stark im Trend liegende Dienste, welche neben einem Statusupdate die geographische Position des Senders übermitteln. Sei es das Image einer Firma eines professionellen Bloggers oder einfach eines Studenten oder Schülers, welche Twitter oder ähnliche Dienste nutzen. Hierbei greift das Das Prinzip sozialer Anerkennung sehr detailliert und dient nicht nur als Orientierung sondern vielmehr auch als Motivation zur weiteren Partizipation. Die Sichtbarkeit im Netzwerk wird dann gewährleistet, wenn die Informationen, welche man in den 140 Zeichen veröffentlicht, von anderen als dementsprechend wertvoll eingestuft werden. Twitter ist ein extremes Beispiel dafür, dass die regelmäßige Teilnahme eine notwendige Grundvorrausetzung für die Persona ist. Dies ist nicht zwangsläufig untypisch, denn auch in Virtuellen Communities reicht es oftmals nicht aus, einmal „hallo welt“ zu schreiben und dann eine kontinuierliche Sichtbarkeit zu entwickeln. Es sind jedoch die geringen Intervalle, in welchen Informationen gesendet werden, die Twitter zu einem gesonderten Beispiel machen. Eng daran gebunden ist natürlich auch die Vertrauensproblematik, denn nur durch kontinuierliche Partizipation kann Vertrauen in andere Nutzer entstehen und zur höheren Sichtbarkeit dieser vertrauenswürdigen Nutzer führen. Denn das Vertrauen in eine Person beruht auf der Echtheit der Austauschbeziehung und setzt die Integrität des anderen voraus (vgl. Giddens 1996, S.49f).

Zusammengenommen sind alle diese Punkte auf den Typ des Digital Resident übertragbar und das Besondere dabei ist, dass das Konzept sehr schön verdeutlicht, dass ein hoher Status durch Twitter nicht zwangsläufig auch für andere Bereiche qualifizieren muss. Man könnte sogar noch einen Schritt weiter gehen und sagen, dass allein die Nutzung des Dienstes kein hohes Maß an Qualifikationen und Fähigkeiten voraussetzt, was wohl auch eines der Kernelemente für den derzeitigen Erfolg des Microbloggings ist. Die Funktionsweise und das Potenzial von Twitter zu erlernen funktioniert, so White, dann am besten, wenn man den Dienst selbst nutzt und eigene Erfahrungen beim Umgang mit den technischen aber auch sozialen Aspekten sammelt. Diese Tatsache lässt Twitter zu einer, wie White in seinem Vortrag auch anführt, Residential-Plattform werden (vgl. White 2009). Und genau hierdurch entsteht eine Dichotomie. Denn während das Lernen neuer Dinge für den Visitor simplifiziert gesagt eine Relation von Lerner-Medium-Experte ist, reicht es genau hier nicht aus, ein Handbuch über die Nutzung von Twitter zu lesen. Natürlich könnte man auch die Funktionen zusammenfassen und darstellen, die eigentliche sozio-kulturelle Wirkung lässt sich aufgrund ihrer individuellen Entfaltung und der netzwerkartigen Struktur jedoch nicht erfassen. Das „Wie“ beim Lernen wird maßgeblich auch durch das eigene Selbst bestimmt. Man eignet sich gewisse Denkmuster an. Beim Universitären findet man dieses Prinzip wohl am meisten ausgeprägt vor (vgl. Warschauer 2004, S.122). Auch White diskutiert das Visitor-Resident Prinzip am Beispiel seiner eigenen Nutzungsschemata im beruflichen, universitären aber auch privaten Rahmen.

Die Nutzung ist dabei vom jeweiligen Kontext abhängig. Während er im institutionellen Rahmen etabliert ist und auf Konferenzen oder durch wissenschaftliche Aufsätze, Forschungsprojekte aber auch Blogeinträge versucht seine Sichtbarkeit zu optimieren, hält er sein privates Leben bewusst aus der Öffentlichkeit (vgl. White 2009). Dies visualisiert David White in seinem Vortrag am Beispiel seiner eigenen Person wie folgt:

Abbildung 3 Diagramm zur Einstufung des Nutzerverhaltens nach dem Visitor-Resident Prinzip

Im beruflichen, professionellen Bereich hat er also eine Persona entwickelt, welche durch regelmäßige Updates und stetige Teilhabe gepflegt wird. Im Gegensatz dazu hält er seinen privaten, familiären Bereich eher gedeckt und somit scheinbar auch getrennt von der beruflichen Identität. Das Beispiel zeigt, dass einerseits die Typisierung in einer starken kontextuellen Abhängigkeit steht, andererseits jedoch auch einem stetigen Prozess unterliegt. Es handelt sich hierbei nicht um eine finale Typisierung, sondern vielmehr um eine zugespitzte Form der Momentaufnahme. Die erfasste Person befindet sich dabei immer wieder in einer Neubewertung der Gegebenheiten. Dabei spielt die Nutzungskompetenz eine untergeordnete Rolle, wenngleich sie als Indikator für eine Typisierung gelten könnte, wird hierbei deutlich, dass White klar zwischen zwei Domänen trennt und diese sehr bewusst auseinander hält.

5 Fazit und Ausblick

Eine genaue Betrachtung des hier diskutierten Themas offenbart, dass es sich um hochkomplexe Zusammenhänge handelt, welche nicht durch allgemeingültige Muster zu erfassen sind. Das Visitor-Resident Prinzip eröffnet dabei neue Blickwinkel, bringt jedoch auch erneuten Diskussionsbedarf, denn schließlich scheint die Problematik, inwiefern die Nutzertypen zu klassifizieren sind, vielfach interpretierbar. Die populistisch anmutende These Prenskys aus dem Jahr 2001 sorgt dabei bis heute für Diskussionsbedarf und trägt dazu bei, dass das Thema aus verschiedenen Perspektiven betrachtet wird. Anstatt hierbei jedoch von einer Kulturrevolution zu sprechen, scheint es als angemessener, das Phänomen als ein weiteres Kapitel in der Geschichte einer Kulturevolution anzusehen. Denn schon wie die Nachkriegsgeneration es geschafft hat die Gesellschaft zu verändern, wird es wieder zu neuen Veränderungen kommen. Im Gegensatz zu den Generationen davor findet die Transformation der Gesellschaft jedoch schneller statt, was direkte Auswirkungen auf die Arbeitswelt haben kann. Hierbei ergibt sich eine Diskrepanz zwischen den Formen der Organisationen und den Individuen der Gesellschaft. Dies wurde unter Berücksichtigung der Marktkommunikation gezeigt. Unternehmen müssen mit dem Tempo dieser Transformationen Schritt halten und sich darauf einstellen können, um am Markt bestehen zu können.

Besonders mit Blick auf den daran gebundenen Generationsdiskurs erscheint die Typisierung der Visitors und Residents als interessant, da es sich dabei um ein Konzept handelt, welches das individuelle Nutzungsverhalten besser berücksichtigt und die Altersfrage implizit ausklammert. Eine differenzierte Typisierung ist jedoch selbst in kontextueller Abhängigkeit nur schwer möglich. Die Diskussion hat gezeigt, dass Wissen erst im Kontext sozialer Interaktion aus Informationen generiert wird und dieser Prozess sich im ständigen Wandel befindet. Dabei ist es immer weniger eine Frage der Generation selbst als vielmehr der habituellen Ausprägungen innerhalb sozialer Gruppen. Zudem wurde auch darauf aufmerksam gemacht, dass eine Diskussion weniger an technologische Probleme als vielmehr an die sozialen Aspekte orientiert werden sollte. Natürlich sind basale Kernkompetenzen notwendig. Man muss wissen, wann man welchen Knopf drücken muss oder wie man wo an Informationen kommt und diese dann auch strategisch aufbereiten kann.

Problematisch wird das Visitor-Resident Prinzip mit Blick auf die Relation zwischen Visitor und Resident unter Berücksichtigung einer „Voice Divide“ (vgl. Iske/Klein/Kutscher 2005), denn aufgrund der Tatsache, dass die Typisierung eher temporär einzustufen ist, scheint die Typologie dort an ihre Grenzen zu stoßen. Auch beim Beispiel zur Facebookgruppe, welches White anführt, wird keinerlei Aussage über ein diesbezügliches Verhältnis von Visitor und Resident geschildert. Dieser Punkt erscheint jedoch als äußerst kritisch, denn, und das haben diverse Untersuchungen gezeigt, die Partizipation selbst ist ein komplexes Konstrukt, welches unter anderem in Abhängigkeit von sozialer Herkunft, Motivation und Kontinuität steht. Aufgrund der Tatsache, dass immer neue Technologien und Webdienste den Markt erschließen, ist jedoch vielmehr eine allgemeine Orientierung notwendig. Dies funktioniert vorrangig über die Fähigkeit der Abstraktion und experimentelles Handeln. Das Konzept der Netzwerkgesellschaft, wie es von Castells formuliert wurde, impliziert genau diese Faktoren. Grundlegende soziale Mechanismen, wie die Genese von Vertrauen in technisch vermittelten Räumen, dienen dabei der Reduktion von Komplexität und ermöglichen eine Partizipation und darüber hinaus die stetige Entwicklung und Neujustierung des Verhältnisses von Selbst und Welt. Ähnlich wie bei Schrift und Sprache erfordert dies kontinuierliche Übung und wird somit zu einem ständigen Fort- und Weiterbildungsinhalt – nicht nur für Institutionen.

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Fußnoten

  • [1] Dabei handelt es sich um das offizielle Blog der Fakultät für Weiterbildung „Technology-Assisted
    Lifelong Learning“ an der Universität von Oxford. Die URL des Blogs lautet tallblog.conted.ox.ac.uk/
  • [2] Das System erfordert lediglich einige Grundkenntnisse zur Verwaltung des Webspaces sowie ein FTP-Programm und eine MySQL Datenbank. Mithilfe einer Installationsroutine werden alle nötigen Einstellungen per Skript vorgenommen. Auch regelmäßige Updates werden weitestgehend automatisiert.

 

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